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Theater Konstanz – „Werther“

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Werther ist glücklich. Und das passt ihm ganz und gar nicht. Denn die eigene Zufriedenheit steht seiner Kunst, seinem Schaffen im Wege. Händeringend sucht der junge Mann nach Themen, Sätzen, Wörtern, die aufwühlen und umwälzen. Die bewegen. Doch seine literarischen Versuche bleiben bloße Beschreibungen von Blüten und Sommertagen. Kitsch. Belanglos. Und man hat gleich zu Beginn das Gefühl, Werther warte nur auf den Einschlag, der seine Welt zerschmettert und den eigenen Schaffensprozess ins Rollen bringt.

Und ich fühle mich unweigerlich an Conort Oberst erinnert, den Folkpoeten, den, wen man so will, Werther der Popkultur, der seinen Herzschmerz so bedingslos auf Platten presste. Heute fordern die Anhänger, enttäuscht von Oberst´ neueren, seichteren Kompositionen, man solle dem Singer-Songwriter endlich mal wieder das Herz brechen. Doch Depression, das muss Werther mit allem Nachdruck erfahren, offenbart nur selten schöpferische Energie. Als Lotte, die Traumfrau, mit kosmischer Wucht Werthers Sonnensystem in Stücke reißt, bleibt für den Träumer nichts als Schmerz. Erdrückender, alles einnehmender Schmerz, in dessen Umlaufbahn Zeit zur Folter wird.

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Entsprechend taktet die aktuelle Werther-Inszenierung des Theater Konstanz die 120 Minuten Stück im Rhythmus eines Jahres. 1. Mai. 2. Mai. 3. Mai. Die Daten sind der Beat, der Herzschlag des Stücks und der wird im Verlauf immer lauter, nervtötender, bis er zu einem Wummern wird, dem man sich nicht mehr entziehen kann. 29. August. 30. August. 31. August. 32. August. 33. August. Darüber hinaus setzt die Dietrich Trapps Inszenierung auf Reduktion. Es gibt keine Effekthascherei, keine übertriebene Dekoration oder Modernisierung. Nur Text. Und Mensch. Und einen unförmigen Tisch im Zentrum der Werkstatt, der sich einer gespiegelten, ebenso unförmigen Leinwand wiederfindet. Links steht ein Mikrofon und rechts eine Kamera, die verschiedene Versatzstücke auf die Leinwand wirft. Zunächst eine Reclam-Ausgabe des verhandelten Textes. Dann Blüten. Dann die immer wiederkehrende Referenz und Erinnerung an Lotte, eine Styropor-Schaufenster-Puppen-Büste, deren schwarze, ausdruckslose Augen Werther solange anstarren, bis er selbst ins Zentrum des Bildes rückt. Und dann steht er auf der Leinwand, wieder und wieder reproduziert. Hundertfach Werther, der immer weiter verschwimmt, bis er für das menschliche Auge nicht mehr wahrzunehmen ist.

theater, werther, konstanz, werkstatt, theater konstanz, 2013 (1)Dabei blicken wir auf Axel Julius Fündeling, den Alleinunterhalter des Werther-Leierkastens, der zu Beginn nochso adrett gekleidet war, so ehrlich strahlte, fast selbstverliebt agierte. Doch diesen Menschen gibt es nicht mehr. Fündelings Werther zersetzt sich innerhalb des Stückes zum Wrack. Er schwitzt, die Haare kleben in alle Richtungen und sein Blick ist leer. Leer. Leerer. Als Werther seinen letzten Brief an Lotte schreibt, läuft er förmlich aus. Seelisch, klar, aber vor allem körperlich. Fassbar. Der Schweißt läuft in dicken Tropfen aufs Papier und vermischt dort mit der frisch auftragenen Tinte – wird Symbol, Allegorie. Text und Körper verschwimmen und stehen dabei stellvertretend für die anderen Flüssigkeiten des menschlichen Körpers: Blut, Tränen, Kotze.

theater, werther, konstanz, werkstatt, theater konstanz, 2013 (3)Zunächst gefällt sich Werther in der Rolle des Leidenden. Dann aber verliert er zunehmend die Kontrolle. 34. August. 35. August. 36. August. Dabei verfremdet Fündeling seinen Werther in einigen wenigen Momenten. Etwa wen er die Souffleuse anbrüllt, ins Publikum schreit oder unbeholfen mit einer Zuschauerin flirtet. In diesen Sekunden verschmelzen Zuschauer- und Theaterraum und man erkennt, wie weit Werthers Zersetzung bereits fortgeschritten ist. Der eben noch sympathische, wenn auch arrogante junge Mann ist jetzt ein Gift und Galle spuckender Choleriker und doch, angesichts seines gebrochenen Herzens, unfähig zu jeder Form von Konversation. Außer Stande, Glück zu empfinden. Die Radikalität mit der Fündeling den Zerfall des Werthers mit reduzierten Mitteln darstellt schmerzt selbst im Publikum. Die Performance springt einen regelrecht an und die förmlich fassbare Depression der Figur legt sich wie eine Taucherglocke über den gesamten Theaterraum. Wenn sich ein Basketballer in Amerika einem Ball hinterher schmeißt oder sich ohne Rücksicht auf Verluste ins Publikum stürzt, schreien die Moderatoren meist verzückt auf: „He sacrifies his body!“ Ähnlich kompromisslos geht Fündeling vor. Ein einfaches Konsumverhalten ist für den Zuschauer kaum mehr möglich – zu nah und greifbar ist der Schmerz.

Und natürlich könnte man sich fragen, warum 2013 immer noch diesen alten Schinken durchkauen muss, wenn man sich dem Drama der Jugend annähert. Denn natürlich folgten tausende Werther. Und natürlich folgten unzählige Dramen. Und natürlich gibt es tausende Texte der gleichen Thematik. Doch die schiere Hitze, die Trapp und Fündeling produzieren, führt uns einmal mehr vor Augen, das dieser Text eben doch nichts von seiner Durchschlagskraft verloren hat. Depression. Druck. Burn-Out. Zerrissene Herzen. Gesprengte Erwartungen. Werther ist gleichermaßen Symbol des Sturm und Drang, tragisches Spiegelbild der Moderne, verleugneter Akteur des Punk, wie auch die Schablone eines Opferlamms unserer digitalen, post-postmodernen Gesellschaft. Geschlachtet und zerrissen.  

Weitere Termine für „Werther“ am Theater Konstanz findet ihr hier: http://www.theaterkonstanz.de/tkn/veranstaltung/04975/index.html?events=all

Anschauen!  Karten gibt unter 07531/ 900 150 oder per Mail: theaterkasse@stadt.konstanz.de

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„Wie gestaltet sich ein Leben, bei dem die großen Leidenschaften versteckt werden müssen?“

Hans Bucher

41888Im Zuge des Seminars „Kino und Bild“ der Universität Konstanz hat sich Risse im Asphalt mit der Regisseurin Barbara Teufel (Klick!) getroffen. Sie stammt aus Neuhausen ob Eck, hat unter anderem mit ihrem Film „Die Ritterinnen“ große Erfolge auf nationalen und internationalen Filmfestivals gefeiert, arbeitet an Filmhochschule Köln und plant momentan einen Film über den Fridinger Künstler Hans Bucher (Klick!). Im Gespräch ergaben sich hochinteressante Ansichten über Heimat, das Werk im Verborgenen und vor allem den Dialog der beiden Medien Film und Gemälde. Aber lest selbst:

Also zunächst einmal wäre es sicherlich einige allgemeine Fakten interessant: Wie bist du auf Hans Bucher gestoßen?

Liebe auf den 2. Blick: die Wucht im Museum in Kombination mit dem Ort.

Was hat dich dazu bewogen den Film zu machen?

…hat mich nicht losgelassen. Die Widersprüche…

Widersprüche? 

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Erstmal die Bilder: sein malerisches Werk zerfällt in 2 Teile, die stilistisch nichts miteinander zutun haben, komplett verschieden sind. Zum einen die Landschaften, egal mit welcher Technik homogen, ganz anders die Portraits junger Männer. Beide Teile könnten jeweils ganze Archive füllen. Von den Landschaften wusste ich, die vielen Jungs haben mich überrascht. Sie waren, außer in seinen privaten Räumen, so gut wie nie zu sehen. ‚Sein künstlerisches Schaffen geschah gewissermaßen im Verborgenen‘ las ich. Da kommt das schwäbische Dorf ins Spiel, das anders funktioniert als Stuttgart oder München und anders als Kunstakademie.

In so einem Dorf ist das Handwerk angesehen, die Kunst ist ein überflüssiger Luxus, braucht kein Mensch. Höchstens mal was dekoratives mit Heimatgefühlen übers Sofa, aber wahrheitsgetreu sotts scho sei– sauberes Handwerk ist da wieder gefragt. Ein „Künstler“ ist – oder war zumindest – einer, der nix schafft. Eher ein Schimpfwort. Das macht man besser heimlich. Und dann diese unzähligen Jungs, teils orgiastisch, oft erotisch und meist nackt dargestellt: worin bestand die Faszination, was hat den Maler zu dieser Fülle getrieben? Die Frage nach der sexuellen Orientierung drängt sich förmlich auf. Und das ist das Tabu schlechthin. Unabhängig davon, ob diese Faszination jenseits von Leinwand oder Papier gelebt wurde:

Wie gestaltet sich ein Leben, bei dem die großen Leidenschaften versteckt werden müssen?  Seine Leidenschaft spratzelt wie ein Feuerwerk aus den Ölgemälden. Hans Bucher musste als junger Mann zurück kommen, aber er musste nicht bleiben… warum ist er geblieben? Was war stärker als die Widersprüche? Diese Dinge waren es, die mich nicht losließen. Könnte mir im Prinzip scheißegal sein, aber es berührt etwas, das direkt mit mir selbst zu tun hat: die „Heimatfrage“ im weitesten Sinn… Klar kann man Filme über alles mögliche machen, aber Kunst kann nur entstehen, wenn man berührt ist.

Und wie wird der Film im Groben aussehen?

Kann ich noch nicht sagen. Ich werde eine subjektive Perspektive einnehmen, es wird kein Versuch, ein definitives/objektives Portrait zu schaffen. Keine Reportage. Da werde ich es mit dem Maler halten, dessen Ziel ja auch nicht war, seine Umgebung objektiv zu dokumentieren.

Was hast du bislang gefilmt (für dieses Projekt)?

Vor allem Reportage! Viel Langeweile. Ein paar wenige Perlen. Das wenigste davon wird in den Film eingehen.

Wie gehst du vor?

Ich habe mit den Dreharbeiten begonnen, weil letztes Jahr zum 10. Todestag eine Reihe von Veranstaltungen stattfanden, von denen ich erwartete, die wichtigen Menschen aus Buchers Leben zu treffen, ich war neugierig auf die Leute, wie sie über ihn sprechen. Wie öffentlich über ihn gesprochen wird, heute. Wie seine Kunst wahrgenommen wird. Es ist ein Herantasten an die Leerstelle, ich kann ihn ja nicht fragen. Aber es gibt immer noch kein wirkliches Konzept.

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Welche Rolle haben dabei die Bilder von Hans Bucher gespielt?

Sie waren die Initialzündung! Der Grund und Motor, mich auf diesen hermetischen Wahnsinn einzulassen!

Wo zeigt sich der „hermetische Wahnsinn“ von dem du sprichst?

Hans Bucher war eine hoch komplexe Persönlichkeit mit einem ebensolchem, nicht nur malerischen Werk, wie du weißt. Da ich ihn ja nicht fragen, ihm nicht zusehen kann, bin ich auf Infos und Material seiner Verwalter angewiesen. Wenn sie meinem Vorhaben auch grundsätzlich positiv gegenüber stehen, gibt es doch eine Furcht um die Deutungshoheit. Und damit ein zögerlicher Umgang in der Herausgabe des privaten Nachlasses.“

Sind die Bilder der Hauptgrund einen Film zu machen oder sind sie zwar Bedeutungsträger – aber treten dabei hinter die Geschichte zurück.

Die Wucht der Bilder in diesem engen Kontext provozieren Fragen. Zu seinem Leben, seiner Persönlichkeit, seiner Positionierung. Abgesehen davon wird aus abgefilmten Gemälden niemals ein Film.

Aber es gibt noch eine andere Frage, die mich in diesem Zusammenhang auch persönlich treibt: wie ist es möglich, nachdem man in großen Städten gelebt und künstlerisch oder wissenschaftlich gearbeitet hat, zurückzukehren ins Dorf? Komplett andere Strukturen, andere Kultur, andere Maßstäbe, andere Themen. Bedeutet, falls man sich nicht völlig isoliert, dass zumindest ein Teil der Persönlichkeit abgespalten werden muss…

Hast du dir schon überlegt, wie du die Bilder selbst in den Film einbauen wirst?

Nein, weiß ich noch nicht, das ist was vom Schwierigsten, das 3-dimensionale ins 2-dimensionale zu bringen, ohne dass es an Kraft verliert. Ich weiß nur, dass ich nichts als meine Lieblingsbilder zeigen werde. Wie bei jedem Künstler oder gar Genie ist nicht jede Arbeit herausragend. Mit einer Negativ- oder Mischauswahl kann man jedes Werk diskreditieren. Das passiert Bucher auch. Ich möchte nachvollziehbar machen, was mich an den Bildern fasziniert, warum sie trotz ihrem angeblichen Mangel an Modernität nicht auf den Misthaufen der Geschichte gehören.

Oder hast du selbst schon einmal mit Gemälden, Bildern gearbeitet?

Ja, ich hab vor vielen Jahren in Paris einen Film (‚Männer in Öl‘) über die Bilder einer jungen Malerin gemacht. Der Unterschied: ich konnte mit ihr reden. Die Parallele: sie weigerte sich, über ihre Bilder, ihre Kunst zu sprechen. Das war eine sehr kreative Herausforderung.

Wie bist du damals mit den Bildern umgegangen? Wirst du das ähnlich machen?

Damals konnte ich ihr bei der Arbeit zusehen, hab sie begleitet, konnte ihren Blick auf die Motive nachvollziehen und ihnen eine weitere Ebene geben, die die Malerin mit einschloss… ich hab auch viele Situationen herbeigeführt/inszeniert, war (sichtbarer) Teil des Prozesses. Die Voraussetzungen beim Hans-Bucher-Film sind ganz anders. Ich bin noch auf der Suche nach dem filmischen Schlüssel. Man weiß es nie, ob man ihn findet. Wie der Schriftsteller vorm weißen Blatt…

Welche Möglichkeiten liegen in der Kombination von Bewegtbild und „starrem“ Gemälde? Und inwiefern sollen / können diese beiden verschiedenen Medien in Beziehung treten?

Wir experimentieren mit der Kamera, versuchen, Emotionen, Bewegung, Auflösung der Form in Farbe, herzustellen, nachzuvollziehen. Wir suchen auch nach den Perspektiven des Malers, Originalschauplätze. So idyllisch schön sie für die Kamera sein mögen: die Diskrepanz zwischen dem Auge/filmischem Naturalismus und Buchers malerischem realistischem Expressionismus zeigt seine Kunst, lässt Rückschlüsse auf den Verdichtungs-/Gerinnungsprozess. Das ist die Idee, keine Ahnung, ob das aufgeht.

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Nimmt man sich den Dialog, den Umgang von Bewegtbild- vs. starres Bild vor, oder passiert so etwas automatisch?

Jeder (dokumentarische) Stoff verlangt seine spezielle Form als filmische Übersetzung. Die zu finden ist die wesentliche künstlerische Arbeit. Man muss die Materie ganz und gar durchdringen, um dem Geist, der sie tränkt, auf die Spur zu kommen. So entstehen Assoziationen, Querverweise, eigene Bilder, eine neue Ebene. Es gibt, jedenfalls in meiner Arbeit, keinen automatischen formalen technischen Zugang, sondern immer die neue Frage: was braucht der Stoff, um sinnlich erfahrbar zu werden. Man kann es natürlich auch anders machen, viel einfacher, in dem man die Reportage wählt: man dreht ein paar Originalschauplätze, eine Ausstellung, ein paar Bilder ausführlicher, kommentiert von einem Experten und Musik, macht noch ein paar Interviews, fertig. Interessiert mich aber nicht. Das wäre das Notprogramm.

Mit welcher (speziellen) Technik wirst du versuchen Bild und Bewegtbild in Einklang, Kontrast, dialog zu setzen?

Schwierige Frage. Zum Beispiel malen mit der Kamera: wir fahren im Auto mit der Kamera durchs Donautal, beschleunigen immer mehr, bis sich die Form vollständig in Farbe auflöst. Das bildet einen inneren Prozess ab, den der Maler durch seinen Blick vollzieht. Ich strebe an, seiner Wahrnehmung so nah wie möglich zu kommen, in sein Universum einzutauchen. Bedeutet für die Textebene, dass ich vor allem mit seinen Worten (Tagebücher, Briefe etc.) arbeiten möchte.

Welches Gesamtbild soll bzw. wird im Idealfall – im Rahmen zwischen Gemälde, Film, Geschichte, Bild – entstehen?

Man soll eintauchen in diesen Kosmos. Man soll sich an Punkten identifizieren können. Das Geheimnis, das bleiben wird, soll neugierig machen auf Buchers Bilder. Vielleicht passiert ja auch sowas, dass die eigene Wahrnehmung des Alltäglichen andere Farben kriegt…

Tritt der Film automatisch zurück – hinter Erzählung/ Geschichte und die Bilder/ Gemälde?

Nein, nicht unbedingt. Da würde die Film-Kunst beginnen. Ob das gelingt, was man vorher nie…“

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Steaming Satellites – Kulturladen Konstanz – 14.03.2012

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Das Konzert beginnt ohne Musik, ohne erkennbare Songstruktur: Da sind nur Fragmente, ein tiefes, einnehmendes elektrisches Rauschen, das sich hypnotisch zu einem Wirbelsturm der Effekte auftürmt, ehe durch kaum wahrnehmbaren Schlagzeugeinsatz erste Spuren von gängigen Hörmomenten erkennbar werden. Erst dann weht diese wabernde, tiefschwarze Stimme in den Kulturladen, erst dann schwappt der wummernde Puls des Basses dazu, erst dann kriecht die erste Blueskomposition aus den elektrischen Blitzen. Steaming Satellites!

Doch zunächst zur Vorband, denn die hat es in sich: Hustle & Drone sind das neue Bandprojekt des ehemaligen Portugal. The Man Musikers Ryan Neighbors und überraschen bereits in Sachen Bühnenaufbau. Gleich drei Synthesizer prangen zentral auf der Bühne und werden soundtechnisch nur von einer Gitarre und gelegentlichen Tamburin-Geschepper ergänzt. Im dabei entstehenden, brachial basslastigen Sound offenbart sich schnell die Wahlverandtschaft zu Formationen wie Future Islands, aber auch zu Veteranen wie Depeche Mode. Nur die gelegentlichen Kopf-Stimmen-Ausflüge sind wenig to-much. Aber zurück zum Hauptact:

sänger max borchardt (2)_3283x2462Die Liveversion von „Witches“ sticht zunächst heraus: Die erste Schicht ist ein rhythmisches Klatschen, dass schon bald von Elektroeffekten überstrichen und durch Max Borchardts formidable Stimme um eine gehörige Portion 70-Jahre Sehnsüchte erweitert wird. Im Refrain tönt dann alles mit- und gegeneinander an, während kleine Diskostrahler die Bühne von unten herauf in ein abgespacetes Lasernetz verwandeln. Popmusik von solcher Bandbreite wird für gewöhnlich in kreativen Melting Pots wie New York oder Berlin gebraut. Doch was den musikalischen Stammbaum angeht sind die Steaming Satellites ein echter Exot: Denn das Quartett stammt aus Österreich, genauer gesagt aus Salzburg und enterten die Independentszene ohne Zwischenschritt mit einem Paukenschlag. Ihr Debüt „The Mustache Mozart Affaire“ war eine Offenbarung von immenser Bandbreite und einer fast erdrückenden Dichte an Überraschungseffekten, sodass die Reflektion über den ausgereiften Erstling schon bald ein ganz neues Gene heraufbeschwor: Spacerock. Das klingt tonnenschwer und abgehoben und doch erspielten sich die Österreicher schon bald den Ruf einer formidablen Liveband irgendwo im Niemandsland zwischen Pink Floyd, Oasis und Kraftwerk. Spacerock eben. Vor einem Monat legten die Steaming Satellites ihre zweite Scheibe „Slipstream“ nach und präsentierten weitere Nuancen in ihrem ohnehin schon überquellenden Spektrenuniversum. Die Szene ist nach wie vor ein wenig sprachlos.

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Immer wieder schälen sich live die einzelnen Versatzstücke aus dem bis dato leeren Musikraum und fügen sich trotz unterschiedlicher Ansätze wie Puzzlestücke millimetergenau ineinander. Drummer Matl Weber könnte einer Punktruppe entstammen, sein Spiel ist wild und fundamental, während Keyboarder Emanuel Krimplstätter eher mit dem Habitus eines Krautrockers aufwartet und scheinbar eins mit seinen Gerätschaften wird. Dazu spielen sich Borchardt an der Gitarre und Bassist Manfred Mader über ihre Saiten beinahe bluesartig die Bälle zu und erweitern dabei die Impulse des Gegenübers oder lassen diese brutal entgleisen. Entsprechend breit gespannt ist der Rahmen für Improvisation und Jam, der sich in diesem Zwittergebilde aus dreckigen 70er-Rock, arroganter 80er-Disko und gegenwärtigen Indie zeigt. Und doch scheint ein Funken zur finalen Zündung zu fehlen, das Konzert wirkt mitunter ein wenig unterkühlt.

Am Ende des regulären Sets spielen die Steaming Satellites das aberwitzige „How Dare You“, bei dem Max Borchardts Organ vollends im Mittelpunkt steht und das Publikum regelrecht in sich hineinsaugt, ehe während der Zugabe Hustle & Drone die Band zu einer siebenköpfigen Jam-Hydra anschwellen lassen. Und dann, ganz zum Schluss, wird der Stecker gezogen und die Beatmaschine gegen ein Akkordeon getauscht. Die Salzburger Spacerocker beenden ihr Konzert mit herzzerreißenden Folknummer. Was für ein radikaler, finaler Bruch. Was für ein Moment. Das ist sie, die finale Satelliten-Zündung.

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Die_Schlacht

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Berlinale Special Teil 3:

 
Von Judith Schuck (http://juscrit.tumblr.com/)
 
Ayer no termina nunca (Yesterday never ends), R.: Isabell Coixet, E 2013, 108´, 63. Berlinale:Panorama.

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2017 in Katalanien. Ein Mann (Javier Cámara) im gut sitzenden Businessanzug und eine Frau (Candela Peña) in Jeans, T-Shirt und Schlangenlederstiefeletten treffen nach 5 Jahren zum ersten wieder aufeinander. Die Atmosphäre ist in Blautöne, Tuffstein und Beton getaucht. Distanz, Traum, Kühle. Hämisch bemerkt sie: „Hugo Boss?“ Der Ort des Wiedersehens ist ein durch die schlichte Architektonik nüchtern anmutendes Geschäftsgebäude. Wie sich bald rausstellt ist die Ursache für die zunächst sehr auf Abstand beruhenden Begegnung ein Brief, auch der im blauen Kuvert. Ferne. Sie schrieb ihn, weil sie ihn Wiedersehen musste. Die beiden waren bis vor fünf Jahren ein glücklich verliebtes Paar mit einem gemeinsamen Sohn namens Dani. Melancholie. Der Schmerz um den Tod ihres Kindes lässt die Mutter bis heute nicht los. Sie ist voller Vorwürfe gegenüber dem Ex-Mann, Universitätsprofessor, der sich im fernen Deutschland, vor Vergangenheit und Wirtschaftskrise geflüchtet, ein neues Leben aufbaute, während ihr Leben seit dem Verlust des Sohnes in Kram und Trauer stagniert.

Es entspinnt sich ein Dialog zwischen den beiden Hauptdarstellern, gespickt von Bitterkeit, Schuldzuweisungen, alten Erinnerungen, die sich im Verlauf der theatralisch anmutenden Szenerie als Hoffnungsschimmer auf eine neue Annäherung herauskristallisieren. Die blaue Blume der Romantik. Doch sie leben in zwei voneinander abgetrennten Realitäten: Er erwartet mit seiner deutschen Frau ein neues Kind. Sie bleibt trotz allen Schwierigkeiten, die das von der Krise gebeutelte Spanien mit sich bringt der Heimaterde treu, treu auch im Angedenken an den verstorbenen Sohn, das ihr Leben regiert. 2008 gelang der Regisseurin Isabell Coixet mit „Elegy“, der Verfilmung von Philip Roth Roman „Das sterbende Tier“, eine eindrucksvolles Drama, in dem Penelope Cruz die Rolle einer jungen, an Brustkrebs erkrankten Frau verkörpert. Ihr neuer Film „Ayer no termina nunca“ ist allerdings nicht durchgängig überzeugend. Der Zuschauer bleibt auf Distanz, was mit der bühnenhaften Inszenierung durchaus beabsichtigt scheint.

Die bisweilen albernen Hexenschreie der leidenden Mutter lassen den Rand des Wahnsinns nicht glaubhaft erscheinen und stellen die an sich starke Frauenrolle in ein unnötig schwaches Licht. Natürlich kann man diesen Aspekt umdrehen: Die Schwäche der Frau ist gewollt, sie versteckt sich hinter ihrem Schmerz. Aber auch dieser Ansatzpunkt wird nicht konsequent durchgesetzt. Ihre Rolle ist nicht nur nicht klar, was sie vielleicht auch gar nicht sein kann, sie kommt erst gar nicht authentisch an, weder in ihrer Zerrissenheit, noch in der Verbohrtheit und Resignation gegenüber dem Weiterleben. Ebenso die Kleider der beiden Darsteller: die modischen Klamotten werden im Dialog und in der mise en scène so aufdringlich betont, dass sie als Verkleidung rüberkommend nerven. Mitreissen kann da noch vor allem die Schlussszene, in der der Vater vor dem Grab seines Sohnes, mit dessen (blauen) Lieblingsdinosaurier konfrontiert, zusammenbricht. Ein Moment der schmerzhaften Erleichterung für das Publikum.

Mes seances de lutte (Love Battle), F, 2013, Jacques Doillon, 103`, 63. Berlinale: Panorama.

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Dem französischen Regisseur Jacques Doillon (Ponette, 1996) gelingt mit Mes seances de lutte eine hochemotionale Schlammschlacht: IHR Vater ist gestorben. Das ist die Ursache für die Rückkehr der jungen Frau (Sara Forestier) in das französisches Heimatdorf. Das Verhältnis zum Vater war schlecht, sie gibt sich beinahe fröhlich über den Tod. Von ihren Geschwistern fühlt sie sich nicht richtig ernstgenommen. Zudem hat sie mit IHM noch eine Rechnung offen. ER (James Thiérée) ist eine alte Liebe. Zu sexuellem Kontakt kam es nie, dafür zu aufreibenden Momenten, die, so SIE, nicht weniger bedeutsam waren als echter Sex. ER fühlt sich von der aufbegehrenden, energiegeladenen Frau bedroht: SIE wirbelt sein ruhiges Leben als Wächter von Haus und Garten und lesender Schriftsteller plötzlich erheblich auf.

Doch SIE lässt ihm seinen Frieden nicht: als Spiel im Spiel rekonstruieren die beiden schließlich eine vergangene Situation, welche die Schlüsselszene ihres Bruchs war und welche in beiden feurige Leidenschaft und gleichzeitig aggressive Abwehr jeglicher Annäherungsversuche begründete. Zwischen IHM und IHR, sie bleiben namenlos, entwickelt sich ein hocherotischer, furioser Kampf, in dem sich starke Gefühle, Anziehung und die große Angst vor Verletzbarkeit materialisieren. Es ist IHRE Unruhe und Klärungsbedarf, welche diese täglichen intensiven, ebenso destruktiven wie konstruktiven Kampfsessions katalysieren. Dabei ist sich der Zuschauer nie sicher ob IHRE Aggression gegen IHN, die in IHM repräsentierte Vaterfigur, die ihr gegenüber keine Liebe aufbrachte oder gar gegen sich selbst gerichtet ist. Der impulsive Kontrast der beiden Kämpfer spiegelt sich nicht nur physisch, SIE zierlich, aber zäh, ER kräftig und bedacht, sondern auch in der Musik wieder: das einzige, was SIE vom Erbe ihres Vaters einfordert ist das Piano: wenn SIE angibt Débussy und Schumann zu spielen, fände ER Bach angemessener. SIE ist die alles umwälzende Moderne, während ER sich in seiner Zurückgezogenheit auf Traditionen besinnt.

SIE weint verzweifelt, er lacht genugtuend. Im Laufe der zum täglichen Ritual werdenden Kampfsessions vermischen sich allmählich ihre einstmaligen Gegensätze. SIE stellt irgendwann Kampfregeln auf, was eine gewisse Ordnung im Chaos der Gefühle schaffen soll. Lange Plansequenzen im Wechsel mit Handkameraaufnahmen lassen den Zuschauer an der elektrisierenden Schlacht teilnehmen. Zerstörungswut und Blutrausch, wenn sich die beiden regelrecht die Köpfe einschlagen, befinden sich in rasantem Wechsel zum kreativen, prometheusschen Akt, beim hochästhetischen Geschlechtsverkehr im Schlamm. Am Enden lacht SIE erleichtert. Er weint. Angst und Attraktion stehen im dialektischen Verhältnis und lösen sich bis zuletzt nicht eindeutig auf. Die Sessions bilden eine Symbiose aus Gewalt, Angst und Sehnsucht nach Geborgenheit. Sie bleiben in all ihren Facetten bis zuletzt spannend und mitreißend.

Boven is het stil (It´s all so quiet), R.: Nanouk Leopold, NL/D, 2013, 94´, Berlinale: offizielles Programm, Panorama

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Die Unfähigkeit über Gefühle zu sprechen ist den vier Männercharakteren unterschiedlichen Alters in „Boven is het stil“ allen gemeinsam. Nanouk Leopolds Drama beginnt mit einer langen Kameraeinstellung, die Gras und Schilf zeigt, kontrastiv zur Kommunikationslosigkeit der Männer vom lautstarken Quaken und Zwitschern nichtsichtbarer Enten und Vögel begleitet. Helmer (Jeroen Willems), ein niederländischer Bauer mittleren Alters, physisch im vollen Saft des Lebens, kümmert sich neben den Tieren auf dem Hof noch um seinen altersschwachen Vater (Henri Garcin). Die Wortkargheit zwischen Vater und Sohn, Helmers beherztes und mehr funktionelles denn liebesvolles Zupacken bei der Pflege, lässt gleich auf ein schwieriges, abgekühltes Verhältnis schließen. Helmer verfrachtet seinen Vater ins Dachzimmer, als wolle er schon mal ein Stück weit an der Trennung zwischen Leben und Tod arbeiten, ihn vom täglichen Leben fern halten. Besuche für den Vater weist er ab, nur als der junge Henk (Martijn Lakemeier) als Helfer auf den Hof kommt, wird dieser dem noch immer amtierenden Familienoberhaupt vorgestellt. Henks Hände werden vom alten, bettlägerigen Mann genau überprüft.

Eine Ebene dieses vielschichtigen Films sind die Körper: als der Vater ins Bett einnässt und Helmer diesen schließlich unter der Dusche vom Urin befreit, folgt die Handkamera flink den kräftigen, einseifenden Händen, welche im Kontrast zur müden und schlaffen, von Altersflecken übersäten Haut des Vaters stehen. Die Gesichter werden eher zufällig gestreift. Hände bilden ein weiteres Thema: Die pflegenden und gleichzeitig energisch zupackenden Hände Helmers, der auch seine Kühe noch von Hand melkt; die nun verwelkten, aber früher schlagenden Hände der Vaterfigur; die neugierig explorativen Hände Henks; nur beim Milchlieferanten (Wim Opbrouck) liegt der Schwerpunkt stärker auf dem liebevoll begehrenden Blicken für Helmer. Dieser aber, immer noch unter der autoritären Präsenz des nur körperlich stillgelegten Vaters leidend, versucht seinen Wunsch nach Nähe zu unterdrücken, sowohl gegenüber dem Geborgenheit versprechenden Milchmann, als auch gegenüber dem schutzsuchenden jungen Henk. Geprägt von halbnahen und nahen Bildern, bekommt der Zuschauer eher selten eine Großaufnahme zu sehen, wodurch zwar Nähe zu den Charakteren entsteht, sie aber immer noch unbestimmt und schwer analysierbar bleiben. Die selten eingespielte Musik untermalt die ansonsten weitestgehend unausgedrückte Gefühlssituation. Auf visueller Ebene sind es die Tiere, welche als Spiegel der Seelen fungieren und im Verhältnis der Männer zu den Eseln, Schafen und Kälbern wird die Liebessehnsucht von drei Generationen dargestellt, z.B. wenn das Kalb an Henks Fingern saugt, was dieser offensichtlich genüsslich geschehen lässt.

Wie Helmer seinen debilen Vater vor der Aussenwelt zu isolieren versucht, erinnert „Boven is het stil“ ein wenig an Michael Hanekes Film „Liebe“ (2012), obwohl für Georges und Anne wirklich symbiotische Liebe der Beweggrund für die Isolation ist, während Helmer sich mit Hilfe der räumlichen Distanz auf ein neues, glücklicheres Leben befreit vom väterlichen Einfluss vorbereitet.Die Anziehung und dann tabubedingte Abstoßung in den homosexuellen Konstellationen zwischen Helmer-Henk und Helmer-Milchmann lassen an die Liebe der Cowboys aus „Brokeback Mountain“ denken. Gerade die eindrücklichen, fotografischen Bilder und die spärliche Kommunikation bewirken eine unbestimmte Oberfläche, die – ganz im postmodernen Sinne – eine Vielzahl an Lesarten dieses durchaus sehenswerten Films zulässt.

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„Nipple Jesus“ – Theater Konstanz

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„Sie erwarten von mir, dass ich Ihnen sage, dass ich Ihnen definiere: Was ist Kunst? Wenn ich es wüsste, würde ich es für mich behalten.“ (Pablo Picasso)

Nipple Jesus, Theater Konstanz, Nick Horby, Spiegelhalle (1)

Dave ist Nachtwächter, tätowiert, mit Backenbart, grobschlächtig, einer, der beim Rauswurf auch mal härter zulangt, als es unbedingt nötig wäre. Doch Dave ist eigentlich ein gutmütiger Typ, mit Frau und Kindern und Zukunftsängsten und allem was dazu gehört. Und als er eines abends während seiner Schicht beinahe abgestochen wird, reicht er seine Kündigung ein. Und da steht er jetzt, adrett gekleidet, die Schuhe wippend, nervös auf die Uhr blickend, sich räuspernd. Und der Blick geht in Richtung Publikum, die Lippen bewegen sich, dann zurück in die Ursprungspose. Doch irgendwann hat sich zuviel Gedankenmatsch aufgestaut und es bricht aus Dave heraus: 

Es ist Daves dritter Arbeitstag in der Galerie. Als Aufpasser. Als Museumswächter. Während seine Kollegen klassische Portraits oder moderne, aber harmlose Kunstgegenstände bewachen, wurde Dave als Bodyguard für ein außergewöhnliches Bild ausgewählt: Nipple Jesus – ein Jesusportrait bestehend aus unzähligen, aus Pornoheften ausgeschnittenen Brustwarzen.

 „Kann etwas schön sein, das aus Porno gemacht wurde?“ (Dave)

Nipple Jesus, Theater Konstanz, Nick Horby, Spiegelhalle (3)Das ist die Grundkonstellation der Kurzgeschichte „Nipple Jesus“ des Bestsellerautors Nick Hornby, der seine, zu leicht cholerischen Anfällen neigende Hauptfigur, in der Folge den gesamten Kunstbetrieb durchdenken lässt. Der fantastische Clou dabei: Dave ist kein Intellektueller, kein Hipster, kein Idealist – Dave ist Dave, ungebildet, wütend. Und Dave macht sich nicht aus Kunst, sie ist ihm scheißegal. Was also passiert, wenn ein solcher Typ plötzlich ein Strudel von Kunst- und Theologiediskussionen gerät. Wenn ein solcher Typ zum Zeuge, zum Chronist und Philosophen wird.

 „Nipple Jesus“ springt Dave regelrecht ins Gesicht, er packt ihn an der Elvismähne und lässt ihn nicht mehr los. Er wird sein Bild. Und dabei tun sich plötzlich Fragen auf: Was sehen wir? Was ist Kunst? Welche Rolle spielt Provokation? Muss Kunst provozieren? Wie wird etwas Kunst? Wie wird etwas wichtig? Was ist wichtig? Wo finden wir Jesus? Kann etwas schönes aus Porno entstehen? Hornbys Text ist eigentlich einfach, eine Reflexion in Alltagssprache (das Original quillt von ‚Fucks‘ nur so über), eine Fülle von Anekdoten – und doch ist da mehr, eine zweite Schicht, die nicht aufgesetzt ist, die funktioniert. Und die den Leser, bzw. Zuschauer automatisch zum reflektieren zwingt. Die dem Kunstbetrieb einen gesprungenen, kleinbürgerlichen Spiegel vorhält und dabei nichts und niemanden lächerlich macht, aber Lücken im System nachhaltig aufzeigt. Das macht „Nipple Jesus“ so fantastisch.

„Kunst ist das was übrig bleibt, nachdem alles an ihr bis ins letzte analysiert worden ist.“ (Martin Kessel)

Nipple Jesus, Theater Konstanz, Nick Horby, Spiegelhalle

Unter der Leitung von Regisseur Wolfgang Hagemann, der erstmals am See inszenierte, bringt das Theater Konstanz „Nipple Jesus“ auf die Bühne. Raphael Fülop mimt dabei den Dave und stemmt dabei die Mammutleistung, ein gesamtes Stück alleine zu agieren, einsam auf der Bühne zu stehen. Eine solch reduzierte Konstellation (inklusive Prosatext) könnte schnell zur erweiterten Lesung, zur Stand-Up-Comedy verkommen – tut sie aber nicht: „Nipple Jesus“ wird Theater, ist Theater. Und Text. Zum Greifen. Vor allem weil Fülop einen Dave entwirft, der nicht nur so aussieht, wie sich der Leser ihn vorstellt, sondern der genau so redet. Der über stumpfe Witze lacht und sich verhaspelt und dann plötzlich ohne Grund los schreit. Und der trotz der beinharten Schale, einen weichen, reflektierten Kern offenbart.

Gespielt wird im Foyer der Spiegelhalle, in kleinem Raum. Die Bühne ist reduziert, da ist ein Stuhl und ein Kader, in dem sich auf Video eine Zwiebel entschält. Daneben baut sich Dave auf und marschiert in der Folge, angetrieben von den eigenen Gedanken über jeden Quadratzentimeter der Bühne und dabei gelingt es Hornby, respektive Hagemann, respektive Fülop zunächst die unterhaltsamen Anekdoten lebhaft und witzig aufzuarbeiten und dann auch die ständig verzweigteren Problemkonstellation mit Dave durchzudeklinieren. Das macht unglaublichen Spaß und die 70 Minuten „Nipple Jesus“ gehen runter wie Öl. Das ist Satire, ‚Kunstgeschwafel‘ wie es sein sollte!

Video? Klick!: http://www.theaterkonstanz.de/tkn/index.html?lang=de&multimedia=NHzLpZeg7t,lnJ6IzdeIp96km56VlmtwlphOqdayXbGH7Iuq2Z6epJCIeIFohr2lla2M04au3aWXpI2Yl6OOpuc-.flv

Das Theater Konstanz spielt „Nipple Jesus“ am 14.03., am 18.04. und am 23.04. – Schaut euch das an!  Karten gibt unter 07531/ 900 150 oder per Mail: theaterkasse@stadt.konstanz.de

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Cosmo Jarvis – Kulturladen Konstanz – 05.02.2013

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Als seine Bandkollegen die Bühne entern, sitzt Cosmo Jarvis noch am Bühnenrand und schafft sich an den abstehenden Saiten seiner Mandoline ab. Das ist typisch. Mit seinem kurzgeschorenen Schädel und dem kantigen Habitus sieht der Singer-Songwriter ziemlich genau so aus, wie man sich einen südenglischen Malocher vorstellt. Doch wer Cosmo Jarvis unterschätzt macht einen gewichtigen Fehler: Bereits die ersten Minuten Konzert offenbaren seine ungeheure Bandbreite: Cosmo intoniert mit „Love This“ und „She Doesn´t Mind“ sein wohl eingängigsten Songs. Ersterer beginnt mit einem entspannten Ska-Beat-Gerüst und treibenden, fröhlichen Gesangszeilen, aus dem sich dann mehr und mehr ein herrlicher Popsong schält, der in einem, von Streicheranspielungen unterstrichenen Ohrwurm-Refrain ausufert. „You Don´t Know How Much I Love This.“ Eindeutige Aussage, klares Signal: Leidenschaft ist das Stichwort! Zweiterer entspinnt sich im Reggae-Gewand, dazu versucht Cosmo in einer sensationellen lyrischen Argumentation seinen Songeltern die neue Herzensdame schmackhaft zu machen. Zwischendurch wird (im Songkonzept) geschrien, gejohlt, gejammt und als verdutzter Hörer hat man kurz das Gefühl einem ganzen Albummedley beizuwohnen. Fantastisch!

Cosmo Jarvis, Live, Konstanz, Kulturladen, Live, Bilder, Videos (2)_2189x2918Will man einem Unwissenden in wenigen Worten die Musik Cosmo Jarvis erklären, kommt man automatisch ins Stottern: „Ja, der macht so Singer-Songwriter-Zeugs, aber irgendwie mit Reggae und so bisschen Punk. Und eigentlich auch HipHop. Aber seine die bekanntesten Songs sind klassische Popnummern.“ Cosmo Jarvis ist wirklich ein Phänomen. Ein Tausendsassa, ein Schnell-, Quer- und Vordenker, der irgendwie alles ein bisschen und alles gleichzeitig machen möchte. Mit gerade mal 23 Lenzen hat der Sohn einer armenisch-amerikanischen Mutter und eines englischen Vaters nicht nur einen Kinofilm mit sich selbst in der Hauptrolle abgedreht, sondern vor allem und in Eigenregie drei geradezu überquellende Alben aufgenommen. Dabei ging Cosmo Jarvis mit den Stilarten und Einflüssen des britischen Popgewürzregals ungefähr so feinfühlig um, wie ein englischer Eintopf-Koch: Ein bisschen Clash, Monks und Beatles, dazu Oasis, The Streets und HipHop- und Elektrozeugs. Das Bemerkenswerte dabei: Der exotische Stilmix ist zwar ein bisschen anstrengend, aber homogen und die Platten funktionieren als „Melting-Pot“ und idealer Soundtrack zum multikulturellen Londoner Großstadtgewusel. Dabei wurde Cosmo Jarvis 1989 in New Jersey geboren, ehe sein Eltern in den Süden Englands zogen, nach Devon – ins Dorf, ins Nichts. Die Isolation der Dorfgemeinschaft spornte Cosmo nach eigener Aussage nachhaltig an und bereits von klein auf sagte er sich immer wieder: „Ich werde nicht hier sterben.“ Während sich seine Mitschüler auf der Sportschule in erster Linie für Rugby interessieren, stürzt sich Cosmo wie ein Vielfraß auf Musik und Film und inhaliert ohne Filter Jahrzehnte britischer Popgeschichte. Heute sehen selbst Legenden wie Brian Eno in Herrn Jarvis „…eine neue Art von Künstler.“

 

Live tritt die Abwechslung allerdings ein wenig zurück: Vielleicht liegt es an der Besetzung, den Skillz der Band, vielleicht an der Tatsache, dass eine strukturierte Konzeption für Band wie Rezipienten ein geradliniges, unterhaltsames Musikerlebnis ermöglicht. In jedem Fall dominiert ein tanzbarer Bass und smoothes Bluesgeschrammel, dass immer wieder mit Punkelementen gebrochen wird. Dabei scheppert das Konzert zwar durchgehend kurzweilig, erinnert aber in manchen Momenten ein wenig zu sehr an die kanadischen gute Laune Rocker von Danko Jones. Cosmos Stimme indes ist ein Faszinosum: Der Brite ist keinesfalls ein feinfühliger, technisch sauberer Vokalist. Sein Organ ist ein grobes Reibeisen, ein leidenschaftlicher Dampfhammer, der ausbricht, losschreit, ausschreitet, weghämmert. Nur mit aller Kraft gelingt es Cosmo sie zu bändigen und ins passende Gewand zu rücken – das erzeugt wunderbare Spannung, die auf Konzertlänge von kurzen Kontrastpunkten gelöst wird. Eben dann wenn Cosmo zur Mandoline greift und wunderbare Folkmomente aufruft und fast wie ein Moritatsänger seine Geschichten erzählt.

Und am Ende überlagern sich eben doch die Assoziationen: Da ist die Funktion als spielerischer Chronist des britischen Popgeschichte (in Fragmenten und Momenten), da ist der postmoderne Ansatz (Zitat reiht sich an Zitat), da ist die Dopplung in Filmer und Musiker (die selbstproduzierten Videos seien jedem wärmstens empfohlen), da ist die, dem HipHop und Punk entliehene Arbeitsweise (Einstecken und loslegen!) und da ist die Großstadtatmosphäre trotz Kleinstadtbackground. So bleibt schlussendlich eines festzuhalten: Die (Ver)mischung machts im Cosmo Jarvis Kosmos – und zwar zu einer abgefahrenen Blüte der britischen Musikwelt. 

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Celo & Abdi – 25.01.2013 – Festhalle Karlsruhe-Durlach

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Der Artikel stammt vom Fuchs (Der Fuchs – Klick!)

Freitag, 25.01.2013, celo&abdi tourauftakt in karlsruhe-durchlach! parallel dazu released ihr labelboss und deutschraps oberbabo, haftbefehl, sein neues album „blockplatin“, welches ich mir leider noch nicht zu gemüte geführt hab‘. ich rechne mit einer platzierung in unter den top 3! (ne woche später, jetzt beim letzten überfliegen, kann ich dir platz 4 verkünden; ich habs mir die tage paar mal angehört^^). während der zugfahrt nach karlsruhe, fielen Jay und mir ständig potenzielle konzertbesucher auf, die wir zum beispiel beim umsteigen an den gleisen stehend, oder sogar im zug antrafen: die seiten frisch rasiert, „thuglife“-shirts in allen farben und natürlich stets bewaffnet mit einer bauchtasche.

celo, abdi, live, karlsruhe, durlach, tour, azzlacks (1)in karlsruhe angekommen um 18:30, stellten wir zu unserem entsetzen fest, dass wir total nüchtern waren! einlass in der festhalle durlach war um 19:00. jays bekannter T-Rex holte uns dann mit einem neuen audi a3 ab, den er extra für diesen abend ausgeliehen hatte! also schleunigst (immerhin stilsicher im mietwagen) in den nächsten supermarkt und zielsicher nach einer flasche jelzin wodka, sowie energydrink und pappbechern gegriffen. der fahrer trank nichts, aber gestattete uns (zur erheiterung aller beteiligten) das rauchen und trinken während der fahrt nach durlach. T-Rex drückt ordentlich aufs gas, während wir uns uns wodkabull reindrückten. laut pumpt ‚dagobert duck syndrom‘ vom mietwagentape. alle scheiben unten versteht sich. wodka halb leer, stehen mit dem auto am konzerteingang und sehen eine riesen schlange. T-Rex lässt es sich nicht nehmen einen lauten burnout hinzulegen, mit dem er ordentlich eindruck schinden konnte. auf dem parkplatz trinken wir aus und gehen rein.

ziemlich viel security, man wird relativ gut kontrolliert und abgetastet. T-Rex steht vor mir und ich sehe wie die security ihm ein messer abnimmt. aber kein stress, nach dem konzert darf er es wieder abholen wird ihm versichert. den anfang macht olexesh, dessen mixtape ich persönlich sehr feier‘. sein debut bei celo’s label 385i (kam nur ‚mietwagentape‘ drüber raus, am rest verdient hafti!). ende letzten jahres umsonst rausgekommen; 26 tracks. frage mich grad wieviele leute da waren…schätze mal über 100 auf jeden fall. olexesh spielt viel zu kurz, die anzahl der tracks konnte man an einer hand abzählen. dennoch überzeugend live. bier dort getrunken, rauchen gewesen. die crowd war überraschenderweise sehr gemischt. überwiegend männlich, aber nicht nur generation azzlack, sondern auch der eine oder andere martin. stimmung allgemein war durchgehend entspannt ausgelassen und angenehm. die crowd ging gut ab; wie du auch auf dem vid sehen wirst!

celo, abdi, live, karlsruhe, durlach, tour, azzlacksfür einen richtigen konzertbericht war ich selber zu verballert unterwegs! celo&abdi rissen dann richtig ab. stand mit den beiden relativ nah an der bühne, parallel dazu arme meistens oben. die beiden haben definitiv ne gute show abgeliefert und die leute mitgerissen.kannte nur das hinterhofjargon-album. ging ewig an mir vorbei und erst im januar mal komplett gegeben. gefiel mir richtig gut und die sind mir als menschen schon sympathisch iwie. hinzu kommt halt das man sich auf diesen style schon etwas einlassen muss. die kommen da mit einer parallelwelt, etwas ganz eigenem, aber eben etwas neuem und technisch für mich zum teil der wahnsinn! abdis part bei ‚hektiks‘ vom hj album kam live richtig fett..genauso wie beim track ‚hinterhofjargon‘, in dem das multilinguale vokabelheft abdi uns den besagten jargon etwas näher bringen will. ‚besuchstag‘ gehörte zu den highlights des konzerts. alle, wirklich alle, sangen voller insbrust den chorus mit. Jay sagte mir im nachhinein, dass er leicht schockiert war! haha ‚hazebusters‘ hat auch für ekstase gesorgt!:D und nach dem konzert ging es nach hd in die halle, teils flmriss!

Zum Abschluss gibt´s noch ein Highlight:Exklusive Liveimpressionen und Videomaterial vom Konzert, freihaus, aus dem Fuchsbau:

 

 

 

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Unscharf und vernebelt

Es ist schon ein erniedrigendes Gefühl, wenn du vor Konzertbeginn im Graben hockst und neben dir ein Nerd nach dem anderen Spaceshuttle-mäßige Hightech-Kameras im Sekundentakt um neue Bauteile erweitert, bis er seinen Todesstern zusammengeschraubt hat und circa 10000 Wahnsinnsbilder in der Sekunde produziert. Und ich daneben: Omas Digicam für den Italienurlaub (54.99 Euro Restposten).

In den vergangenen Jahren habe ich ne menge Konzerte besucht, das Know-How war bescheiden, die Ausrüstung meistens auch. Bilder hab ich trotzdem gemacht. Verwackelt und verschwommen, unscharf und vernebelt.  Und irgendwie allesamt trotzdem schön.

Hier ist also der Atlas der Konzert, die Chronik der Musikbilder. Vielen Dank an alle Bands, Konzertbegleiter, Kameraausleiher und Ersatzfotografen. Und  jetzt klickt euch durch die Galerie! Husch, husch!

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Ahzumjot/ Kraftklub – Abart Zürich

 

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Von Jochen Teufel

Ein abartiges, sorry, den konnte ich mir nicht verkneifen, Glückgefühl überkommt mich an diesem Mittwochabend in der Zürcher Tram Richtung Bellvue. Ahzumjot hatte soeben verkündet das er am folgenden Abend zusammen mit der Chaostruppe Kraftklub in den Zürcher Indieschuppen “Abart” einfallen wird. Kraftklub, mittlerweile wohlbekannt als karl-marxistisches Abrisskomando der deutschsprachigen Club- und Festivallandschaft und Ahzumjot – endlich sollte ein, seit seinem Debütalbum “Monty” gehegter Livetraum für mich wahr werden. Keine Frage für mich, dass ich trotz ausverkauftem Haus in der Schlange ein (selbst für Schweizer Verhältnisse) viel zu teures Ticket abkrätsche und mich dann kopfüber ins Getümmel stürze.

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Der Hamburger Jung legt los! Ich lege los! Der Rest? 300 Menschen schauen ungläubig auf die Bühne! Sie stellen sich vermutlich Fragen wie “Wer ist der Typ mit den Synthibeats?” oder auch “Warum bringen Kraftklub einen HipHop Act als Support mit?”. Der Titeltrack des Albums schallt durch den Raum und man merkt, dass viele der Zuhörer Ahzumjot erst bei der nachmittäglichen Googlerecherche kennen gelernt haben. Umso erstaunlicher ist es, dass er es schafft das Publikum innerhalb seiner halbstündigen Show mit seiner Musik und Energie zu infizieren. Spätestens als sein neuster Brecher “Treff mich am Späti” durch die Boxen schmettert steht das Abart Kopf – ist ja auch egal was ein Späti ist, nicht wahr Zürich? Vorband-Auftrag erfüllt?

 

Aber hallo! Dann Kraftklub. Für alle die noch nie etwas von dieser Kombo gehört haben sei gesagt: Diese Band bedeutet Blut, Schweiß und mindestens ein verlorene Brille. Ihr Album, “Mit K”, kennt nur ein Gas, (Mallorca-Modus ein) Vollgas! (Mallorca-Modus aus) und über die Qualität der Texte lässt sich nicht streiten. Einfach ein rundes Allinclusive Packet, dass die Punkkombo mit HipHop-Wurzeln, da immer wieder verschnürt. Doch es gibt Neuhgkeiten. Kraftklub scheint über die Konstellation des Paketes nachgedacht zu haben. Waren die bisherigen Konzerte eine nicht abbrechen wollende Folgen von Circlepits, wildem gepoge und stagegediving, achtet die Band an diesem Abend auf die ausreichende Sauerstoffzufuhr ihrer Jünger. Zwischenzeitlich wird, unterlegt mit Sambaklängen, darauf hingewiesen, dass es nicht immer “Randale” geben könne sondern und dass man auch mal ordentlich tanzen könne. Dazu wird eine akkustik-mitschunk-Version von “Song für Liam” angestimmt, alle möglichen Anekdoten eines Rockerlebens zum besten gegeben und der klassische Versuch die Durchschnittslautstärke im Club zu drücken durchgeführt. Letzteres war schon bekannt und wurde nicht wirklich angenommen. Wie dem auch sei: Kraftklub sind nach wie vor frisch, neu, aufregend und auf dem gradlinigen Weg zu Deutschlands-Indieband numero uno. Kraftlos, nassgeschwitzt und mit dem ein oder anderen Kratzer mehr in der Brille und doch merkwürdig zufrieden, wankt ich aus dem Club. Man darf gespannt sein, wie sich das Projekt Kraftklub weiter entwickelt und ob sich die Truppe, angesichts so mancher verlockender Angebote aus der dunklen Welt des Maistream, weiterhin treu bleiben können. Next Step, Ahzumjottour besuchen.

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