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Posts Tagged ‘Gedicht’

Kontraste

ich bin alleine im Loch.
klaustrophobisch, Nyktophobisch, Anthropophobisch!
Geboren in einer brackigen Fruchtblase aus Jägermeister.
destruktiver Charakter. abgekaute Fingernägel.
der Verlorene. Der Auserkorene!
die mauern sind acht meter hoch – aber die wissen, dass ich fliegen kann.

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Charles Bukowski verabscheute sein Leben. Alkohol, Weiber, abfucken, schreiben, Magenblutungen, kotzen, versagen, vergessen – mit gebrochenem Herz und zerfressener Leber. Er war der grandiose Chronist des eigenen Verfalls und seine Leser sind bis heute Schaulustige, Katastrophentouristen. Der dunkle Rausch stand dabei stets im Zentrum („I have the feeling that drinking is a form of suicide where you’re allowed to return to life and begin all over the next day. It’s like killing yourself, and then you’re reborn. I guess I’ve lived about ten or fifteen thousand lives now.“) und nur das Schreiben bewahrte das rostige Wrack vor dem endgültigen Untergang („Ich brauchte das Schreiben als Ventil, als Unterhaltung, als Befreiung. Als Sicherheit. Ich brauchte sogar die verdammte Arbeit, die es mir machte.„). Bukowskis Welt erscheint trist und hoffnungslos – doch auch „Buck“, auf dessen Grabstein „Don´t Try“ prangt,  erfuhr stille Momente des Glücks. „The laughing Heart“, das lachende Herz,  zeugt davon. 99 Wörter lang lichtet sich der alkoholgeschwängerte Nebel für einen Moment der Klarheit, für Sekunden der Hoffnung. „there is a light somewhere. it may not be much light, but it beats the darkness.“ Und gerade weil wir uns bewusst sind, wer diese Zeilen kritzelte, wirken sie noch wahrhaftiger, noch ehrlicher. Irgendwann hat sich Tom Waits diesem Gedicht angenommen. Ich weiß nicht wann und ich weiß nicht wieso. Im Hintergrund hängt ein urhässliches Holzgeflecht und irgendeiner hält drauf,  als Waits sein Reibeisen über Bukowski schabt. Eine Minute und fünf Sekunden. Licht am Horizont.

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