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Helge Schneider – Stadthalle Tuttlingen – 17.05.2011

Nach einem eröffnenden Jazz-Gejamme greift ein kleine, kraushaarige Gestalt zum Mikrofon und besingt mit überschlagender Stimme das schmutzig glamouröse Leben eines Viehtreibers in Texas. Die Perfomance mündet in einem Moon-Walk und über tausend Konzertbesucher brechen in Jubelstürme aus. Ohja – Helge Schneider ist in der Stadt.

Es ist ein schmaler Grad zwischen Genie und Wahnsinn, Kunst und Klamauk und Helge balanciert ihn seit Jahren. Immer wieder rutscht er dabei ab, nach links und nach rechts und erst im freien Fall scheint Helge sich wohl zu fühlen. Er ist Musiker und Komödiant, Schriftsteller und Schauspieler, Maler und Regisseur vor allem eines: Alles zusammen! Schneiders Auftritte gleichen dabei einer Wundertüte: Hat der Meister einmal keine Lust auf witzig sein, macht er einfach Musik. Und was für welche. Piano, Waldhorn, Gitarre, Marimbaphon, Orgel, dazu die Band. Gitarrero Sandro Giampetro, Schlagzeuger Willi Ketzer, und der 76-jährige Rudi Contra. Dazu schwingt der bärtige Tanzvirtuose Sergej Gleithman seine Körperteile, als gäbe es kein Morgen mehr.

Hundertausend Rosen“ trieft vor Schmalz und lässt die Herzen schmelzen „Das sind alte Lieder, aber mit neuen Texten und vollkommen neuen Melodien“. Die Sprache der Tiere: „Ein langer und ein ganz kleiner Regenwurm – das ist dann eine Ausrufezeichen!“. Schönheitsoperationen: „Viele Skifahrerinnen lassen sich die Brüste verlängern, die wickeln sich dann so um die Stangen.“ Das Älterwerden: „Man wird schwierig.“ Dieser Mann weiß auf alles einen Rat. Der Ideenvulkan explodiert und ein überbordender Strom an Fantasie brennt halt alles nieder. Das Kabinett tritt ab:

Ich hoffe ihr hattet Spaß an den einzelnen Gestalten.“ Das ist der helle, achwas, der Helge-Wahnsinn!

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