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Openair Frauenfeld – Große Allmend – 2012

Man Mac Miller! 20 Jahre alt und absolut stilprägend auf und in der ganzen HipHop-Welt. Der Sound ist zu Konzertbeginn leider unter aller Sau und fängt sich erst im Laufe des Konzerts. Dann aber kann der gute Mac beweisen, warum er eines der heißesten Eisen der HipHop-Schmiede ist: Makellose Technik, feuchtfröhliche Feelgood-Music mit teilweise brettgeilen Beats. (Den halben Freitag zerbreche ich mir die Birne welcher verdammte Indie-Song die Grundlage zu „Donald Trump“ bietet. Es ist Sufjan Stevens Sensationssong „Versuvius“! Geil!). Da geht was! Kein Bild, aber ein Video:

HipHop hat sich verändert. Oder wäre es vor zehn Jahren denkbar gewesen, dass ein Künstler des Genres sein Publikum mit einem siebenminütigen Pianosolo begrüßt? Wohl eher nicht, aber genau das macht J. Cole und gibt damit natürlich eine eindeutige Richtung vor. Und so funktioniert auch sein restlicher Auftritt. Voller unpopulärer Ideen, nachdenklich, emotional, frisch – großartig. Zum Abschluss gibt’s dann den locker-fluffigen Hit „Higher“ damit das Frauenfeld-Publikum auch ja nicht zu geknickt in die anstehenden Konzerte geht.

Zeitreise! 20 Jahre ist es mittlerweile her, dass eine Gruppe schmächtiger Hamburger Jungs in ihren Jugendzimmern an erste Songideen bastelten. Deutscher HipHop steckte damals noch in den Kinderschuhen – die Beginner sollten – ob man nun will oder nicht – ihn auf Jahre prägen. 1998 erschien das Debütalbum „Bambule“, welches erstmals unter Beweis stellte, dass deutscher HipHop sowohl erfolgreich als auch anspruchsvoll sein kann. „Blast Action Heros“ schaffte es dann zum Nummer 1-Album und umso mehr verwunderte es, dass sich das Projekt Beginner in der Folge auflöste. Doch obwohl Jan Delay eine sensationelle Solokarriere startete, verstummten die Rufe nach einem Beginner-Konzert zu keinem Zeitpunkt. Am Frauenfeld wurden diese dann endgültig erhört. Das Trio gibt sich in absoluter Spiellaune. DJ Mad thront auf einem mächtigen DJ-Pult und befeuert seine beiden MC´s mit wohlbekannten Beats, während Denyo und Eizi Eiz a.k.a. Jan Delay Hit an Hit zelebrieren. Leider haben die Jahre in den unerträglichen Weiten des Mainstream Jan Delays Birne ganz schön verbrutzelt. Das zeigten zuletzt seine euphorischen Aussagen über Cro und unterstreichen seine selten dämmlichen Ansagen in Frauenfeld. Egal! Als dann der alte Weggefährte Samy Deluxe für „Füchse“ auf die Bühne steigt, ist das schon großartig. Ein Konzert wie ein altes, vergilbtes, mit Erinnerungen beladenes Polaroid.

Raus aus der Vergangenwart, rein in die Gegenheit (ach du scheiße)! Und die heißt 2012 immer noch Sido. Sido ist für mich der größte Entertainer der deutschen Musikszene und stellt das auch am Openair Frauenfeld unter Beweis – und ja: Dann sollen bitte jetzt alle Blumentopfhörer den Tab bitte schließen. „Scheiß auf den Regen“ – wir spielen bisschen Mucke!“ Zwar hat der Berliner Rapper schon einiges an Jägermeister intus (das sensationelle Getränk Jägermeister-Maracuja hat er selbst geprägt und nach sich benannt) und das spiegelt sich in unzähligen „Fünfzich Pfennich“-Witzen wieder. Trotzdem spielt Siggi ein Best-Of-Set voller Hits und ohne Verschnaufspause.

Vier Jahre sind vergangen, seit 50 Cent letztmals auf der Großen Allmend aufspielte – vier Jahre in denen sich der HipHop-Kosmos gewandelt hat. Eine neue Generation aufregender Künstler hat das Genre erobert und die Tatsache, dass Drake, das „Wunderkind“, über dem alten Platzhirsch Curtis Jackson angeordnet ist, ist ein klares Statement. Drakes Position steht stellvertretend für eine Vielzahl von jungen Künstlern, die das Frauenfeld 2012 prägen und 50´s Perfomance ist unterm Strich kaum die Rede wert. Respekt trotzdem, da der Superstar vergangene Woche noch in einem Carcrash involviert war. Das wars dann aber auch! Drake selbst bietet die spektakulärste Show des Festivals: Im Hintergrund prangen Dutzende große Leinwände, davor steht eine Art Reeling, auf der sich der DJ sowie eine Band aufbaut. Von der Bühnendecke leuchten mächtige Strahler, die das Festival in unzählige Farben tauchen und inmitten dieses Meeres der Sinneseindrücke steht Drake. In der Folge zeigt der Kanadier seine ganze Bandbreite. Ruhige, vom R´n`B geprägte Songfragmente, experimentelle Nummern, bis hin zu spektakulären Smash-Hits. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass ein Drake-Song mit einem Minimalbeat startet, der dann zu einem handfesten HipHop-Brett auswächst und schlussendlich von Schlagzeug und Gitarre zersägt werden. Stark.

Whiz Kalifa präsentiert sich im Jimmie-Hendrix-Gedächtniss-Outfit und spielt ein absolut hypnotisches Set. Dabei verzichtet er auf die große Party und zündet das Feuerwerk erst ganz zum Schluss mit „Black and Yellow“. Ziemlich stilsicher, ziemlich mutig und ziemlich abgehoben – viel mehr gibt es zu später Stunde nicht zu sagen. Ach doch: Man sollte den Herrn Kalifa auf keinen Fall unterschätzen oder auf seine Partyhits reduzieren. Unmengen an Potential!

Macklemore spielt für mich das denkwürdigste Konzert des Festivals. Es ist 11 Uhr morgens, trotzdem ist es schon unerträglich heiß. Das Publikum ist total verschossen (und doch recht zahlreich erschienen). Ich selbst kenne kaum was, stolper eher zufällig vor die Bühne, auf der dann eben dieser Macklemore zusammen mit seinem begnadeten DJ Ryan Lewis einen Auftritt zelebriert, dass man meinen könnte, er spiele gerade vor mindestens 70000 Mann. Es geht live eben nichts, aber auch gar nichts über Herzblut. Selten ein HipHop-Konzert von einer solchen Intensität gesehen! Macklemore reißt das Ding ab, Ryan Lewis mischt Beirut in seine Beats und sorgt mit dem Otherside-Sample für Gänsehaut! Bämm!

Asap Rocky schwimmt auf einer gehörigen Hypewelle und deshalb überrascht die frühe Position im Line-Up umso mehr. Der Harlem-Superstar tut sich sichtlich schwer in der Schweizer-Nachmittag-Sonne vor sichtlich geplätteten Publikum. Das liegt vor allem am schwachen Sound der Technik. Trotzdem unterstreicht Asap Rocky seinen Ruf als aufregender Nachwuchs-Star und ist dabei härter, düsterer und irgendwie realer als seine ebenfalls Hype-surfenden Kollegen Miller und Kalifa. Asap Rocky wird wieder kommen, soviel ist sicher.

Im vergangenen Jahr war Yelawolf noch eine pure Sensation – irgendwie kannte man den abgefuckten Punk vom Hören/Sagen und was er dann auf der Frauenfeld-Bühne zelebrierte kam einer Atombombe gleich. Ein Jahr später ist Yelawolf noch besser geworden und das heißt unterm Strich: Bestes Konzert des Wochenendes. Der Mann ist so schnell, dass einem die Ohren schlackern, der Mann rappt so präzise, dass man wirklich am Live-Status zweifelt. Brutal. Dazu huldigt er seinen Wurzeln: Aufgewachsen in schwarzen Slums und weißen Trailerparks ist Yelawolf eine Art absoluter Mutant des amerikanischen Traums. Das fließt mit ins Set, wo er selbstredend Metallica und Johnny Cash mit einwebt. Dann folgt wieder ein Salve seiner eigenen, durchgedrehten Beats und man fasst sich an den Kopf und denkt: Ey, also eigentlich ist das der neue Eminem. Oder irgendeine abgebrannte Punk-Rock-Version davon! Überzeugt euch selbst:

Ich muss ehrlich sein: Ich habe das Phänomen Marsimoto noch nie verstanden. Klar, das hochgepitschte Mariuhana-Alter-Ego von Marteria ist ein ganz geiler Effekt und sorgt durchaus für großartige Momente, aber auf Albumlänge, geschweige denn ein ganzes Konzert lang kann ich mir das nicht geben. Wenn man sich das komplett durchdrehende Publikum so anschaut, steh ich mit der Meinung aber wohl alleine da.

Rick Ross ist ein abartige Blender. M-M-M-M-M-MAAAAAAAAAAAAAACHBACH MUSIC. Ach du scheiße.

Der rote Teppich wird ausgerollt, Vorhang auf für Mrs. Lauryn Hill! Angekündigt als „Queen of HipHop“ stellt das Ex-Fugees Mitglied umgehend unter Beweis, dass der Begriff HipHop in ihrem Verständnis sehr weit gefasst ist. Als erste Amtshandlung wird zunächst der eigene Jahrhunderthit „Killing Me Softly“ in seine Einzelteile zerlegt und bis zur Unkenntlichkeit durchmischt. Ein Monster, eine grandiose Mischung aus Soul, Jazz, HipHop und Rock´N`Roll. Keine Diskussion: Lauryn Hill besitzt unbestritten eine der mächtigsten Stimmen des Pops. Sie vermag es gleichermaßen zu erschüttern und zu begeistern, sie lässt dich zärtlich erschauern und brüllt dir kurz darauf wütend ins Gesicht. Die erste Stunde des Konzerts gibt kaum Verschnaufpausen, erst zum Ende entschleunigt Mrs. Hill das Konzert. Zum Abschluss gibt es die Klassiker „Ready or Not“ und „Killing Me Softly“ in der klassischen Version. Der Kreis schließt sich – die Reise ins HipHop-Herz hat sich einmal mehr gelohnt!

Mos Def ist zweifelsohne einer der interessantesten Schädel des HipHop-Biz. Zum einen liegt das an seiner beachtlichen Schauspielkarriere, zum anderen an seiner unfassbaren und experimentellen Auffassung von HipHop – vor allen Dingen hat der Junge aber ganz schön einen an der Waffel. Mittlerweile ist Mos Def Muslime und nennt sich nur noch Yasin Bey. Entsprechend schält er sich nach kurzer Zeit aus seinem Military-Look und prangt ganz in weiß im Stile eines Predigers auf der Bühne. Sein Auftritt ist ähnlich wie seine Platten: Verkopft! Immer wieder werden die Songs abgeschnitten und abgebrochen und von strangesten Beats zersägt. Das ist alles andere als eingängig, aber zeigt wichtige Varianten auf. Yasin Bey ist der Muhammed Ali des HipHops. Und wäre HipHop Rock, Mos Def wäre Post-Rock? Macht Sinn? Wohl eher nicht.

Nas zeigt sich von seiner besten Seite und spielt ein klassisches Old-School-Konzert. Halt nein Moment. Nicht so richtig. Immerhin spielt der New Yorker Wegbereiter mit einer ordentlichen Rockband. Das wirkt bei Nas aber – und im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern (ähm fünfzich pfennich…) – absolut natürlich. Die Symbiose funktioniert und es entsteht wirklich ein derbes Stück Crossover. Damit Nas macht den eher mittelmäßigen Auftritt zusammen mit Damien Marley von vor zwei Jahren wieder mehr als weg.

Alle Konzertbilder (bis auf Asap Rocky) haben meine schweizer Kollegen von www.tillate.com (Klick!) geschossen. Schaut rein!

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Openair Frauenfeld – Große Allmend – 08-10.07.2011

Zunächst einmal ein kleiner Aufschrei der Empörung: Nachdem bereits SAT 1 im Anschluss an das Southside-Festival eine haarsträubend unobjektive Doku in die deutsche Fernsehlandschaft knallte, zeigte nun das Schweizer Fernsehen ein ähnlich miserables Verständnis für die Faszination Festival. Saufen, Feiern, Saufen, so die Quintessenz des SF 2 Berichts über das Openair Frauenfeld. Und: „Weniger Topacts, dafür mehr Partyzelte.“ Nichts verstanden, Zitate in den flaschen, äh falschen Kontext gestellt, den Stones hintergeflennt und die eigene Unkenntnis wie der Kaiser ohne Kleider zur Schau getragen. Angesichts des Line-Ups eine Farce, denn das ist 2011 in Frauenfeld tiefer als je zuvor und bietet Perlen wie Blockbuster. Dazu ermöglicht der Timetable dem trainierten Musikfan wirklich jedes Konzert sehen zu können – von 11 Uhr morgens bis in die Nacht. Aber naja, wofür gibt’s denn Risse im Asphalt:

Atmosphere ist ein wunderbarer Festival-Opener. Die Formation aus Minneapolis besteht seit 1994 und beweist seither ein ausgesprochenes Gespür für ausgewogene Songs und exzellente Beats. Natürlich funktioniert das besser im Club als auf der ganz großen Bühne. Trotzdem: Sonne&Atmosphere. Läuft.

OFWGKTA – Odd Future Wolf Gang Kill Them All, ein Name wie in Stein gemeiselt. Hyperaktiv und gewaltig. Krank und Tripyy. Futuristisch. Rückständig. Gehyped. Kaputt. Die Ahnungslosen halten Tyler The Creator für Großmaul, ein verzogenes Kind. Sie sollten mal schleunigst die Scheiben rotieren lassen. Leider ist der Sound zu Beginn nicht optimal, zu verschwommen für die aufgespaltenen Beats der Gang. Dann stolpert allerdings Tyler himself mit riesigen Krücken auf die Bühne, platziert sich wie eine alte Jazz-Diva auf einem Barstuhl in der Mitte, während der Rest der Entourage komplett am Henkel dreht. Wolf Gang!

Zwar zeigt sich der Schauspieler Ice Cube für hanebüchene Meilensteine der Marke „xXx 2 – The Next Level“ oder den sechsfach für die Goldene Himbeere nominierten „Anaconda“ verantwortlich, den HipHop-Legendenstatus wird man ihn wohl trotzdem Zeit seines Lebens nicht aberkennen. Zu bahnbrechend war einst sein Schaffen bei N.W.A. – Niggers With Attitude an der Seite von Dr. Dre. Nach deren Auflösung folgten sechs Soloalben, keines erreichte auch nur anähernd das ursprüngliche Niveau. Egal! Am Frauenfeld gibt sich Ice Cube dann genau so wie man es erwartet. Ein bisschen zu prollig, ein bisschen zu klischeehaft, aber mit heftigen Beats und guter Stimmung. Passt doch!

Verjagt von der deutschen Festivallandschaft verkommt Bushidos Konzert leider zur akuten Lobhudelei und Dankbarkeitsbekundung an das schweizer Publikum. Das nervt. Gegen später spielt er seine brauchbaren alten Songs, da stehen wir aber schon an der Pommes Bude.

2011 ist Snoop Dogg immer noch omnipräsent im HipHop-Business. Er ist Filmstar, Produzent, gefragter Feature-Partner für aufkommende Superstars, Moderator und Modemacher. Snoop ist eine große Konstante, die selten überrascht und auch selten total enttäuscht – man weiß eben was man von Snoop zu erwarten hat! Entsprechend routiniert funktioniert auch Snoop Doggs Auftritt am Openair Frauenfeld. Die Bühnenshow ist auf Hochglanz getrimmt und eine überdimensionale Leinwand prangt mittig in der Bühne. Sie dient dem DJ als größenwahnsinniges DJ Pult und wird darüber hinaus mit Filmchen bespielt, die Snoop einmal mehr als den weltgrößten Pimp und Gangster zeigen. Er spielt sich souverän durch seine Listen von Hits, ein bisschen Oldschool von früher, ein wenig House von heute – und das Publikum hat definitiv Grund zu feiern.

Kool Savas Auftritt lässt Bushidos Konzert noch ein wenig schlechter da stehen. Denn der King zieht alle Register und zeigt all seine Skillz. Als Sahnehäubchen gibt’s noch Olli Banjo (praktisch als Kay One Gegenpart – mehr muss man eigentlich nicht sagen). Und damit eine geballte Faust deutsche HipHop Geschichte. Gegen Ende darf das Frauenfeld noch einen Part fürs kommende Soloalbum einsingen und das zementiert dann endgültig die großartige Klangkulisse. Das tut man sich auch mal komplett durchnässt mit Reißwolf an.

Yelawolf ist ein Derwisch. Ein Punk. Eine tätowierte Acidversion von Eminem. So schnell, dass einem die Ohren wackeln, so präzise, dass deine Pupillen pumpen. Keine Frage: Die Überraschung des Festivals. (Da hat er sich auch das Titelbild allemal verdient! – Den Aufruf: REINHÖREN ja sowieso).

Bämm! Big Boi spielt Outcast Klassiker. Damit ist eigentlich alles gesagt. Der kleine Mann gibt sich alle Mühe und spielt ein ordentliches Konzert, aber insgesamt ist das dann halt doch ein wenig so, wie wenn man sich Chris Cornell oder Serj Tankian anschaut. Da fehlt was und zwar einiges. Unser Vorschlag: Nächstes Jahr wiedervereinigen und ab auf den Headliner-Slot.

Meine Fresse, wie oft haben wir alle schon auf „Ante Up“ gefeiert. Entsprechend wartet ein Großteil der Crowd natürlich auf den Überhit von M.O.P., die sich an einer großen Kulisse erfreuen dürfen. Solide Nummer.

Ich gestehe reumütig. The Roots haben wir im Sitzen genossen. Weit hinten, mitten in den trockenen Holzschnitzeln, gewasted, aber glücklich. Deshalb gibt’s zum Konzert leider nicht allzu viel zu sagen. Außer: Das Gehörte war natürlich großartig und aller Respekt geht an Questlove für sein Talent und sein übertriebenes Arbeitspensum.

Der Wu-Tang Clan ist so etwas wie die Ursuppe der Ostküste. RZA, Method Man, Raekwon, Ghostface Killah und wie sie alle heißen, sie alle haben mächtige Karrieren hingelegt. Vereint ist der Wu-Tang Clan aber nach wie vor die mächtigse Dynastie der HipHop-Welt. Der Clan liefert auch am Frauenfeld spielerisch seine ureigene Interpretation des HipHop-Konstrukts ab, inklusive einer fast zeremoniellen Huldigung an die verstorbenen Helden der Szene (und natürlich an Ol´ Dirty Bastard) – zehntausende Hände sprießen zum obligatorischen „W“ in die Höhe. „Wu-tang Clan ain’t nothing to fuck with!“

Nach der Absage von Mos Def blieb von Blackstar leider nur Talib Kweli übrig. Der spielt zwar eine tolle Show, schafft es aber freilich nicht ganz den Schatten seines eigenen Projektes hinter sich zu lassen. Der Sound ist kristallklar, der Künstler top gelaunt. Zumindest bis ihm Cypress Hill den Saft abdreht und das Mikro auf dem Bühnenboden aufschlägt.

Zum Abschluss gibt es dann noch Cypress Hill, die großen Experimenteure und Brückenbauer. Die Formation um die beiden Rappern B-Real und Sen Dog streckt seit ihrer Gründung 1991 stetig ihre Fühler in die unterschiedlichsten Richtungen aus und zelebriert im speziellen eine einzigartige Verbrüderung des HipHops mit dem Rock. Die Kalifornier arbeiteten bereits mit Größen wie Rage Against The Machine oder auch Pearl Jam und so nimmt die Gitarre bei Cypress Hill einen ähnlichen Stellenwert wie der klassische Beat ein. Zwar spielt Cypress Hill in Frauenfeld ohne Live-Band, dafür haben sie mit DJ Muggs einen echten Meister seines Fachs in ihren Reihen, der aktiv von Perkussionist Eric Bobo unterstützt wird. „Insane In The Brain“, „How I Just Killed A Man“, „Dr. Greenthumb“ – Cypress Hill spielen ihre All-Time Klassiker und zeigen sich überwältigt von der spektakuläre Kulisse. Und das beruht auf Gegenseitigkeit.

Bereits am Samstag latschte Azad mit eine Gruppe muskelbepackter Muskelmänner übers Gelände. Das macht ihn auf jeden Fall nahbar und auch sympathisch, genau wie die an seinen Auftritt anschließende Autogrammstunde. Das Konzert bietet zwar nichts neues, trotzdem ist ein Slot um 11 ein wenig undankbar für einen Musiker, der mit Sido und Savas gerappt und einst Chartposition 1 erklomm.

Curren(Dollarzeichen)y! Ein bisschen Größenwahnsinn kann man dem MC aus New Orleans nicht absprechen, sein vernebelter Auftritt rechtfertigt diesen aber durchaus. KING KONG AIN’T GOT SHIT ON ME!

Unser Endgegner heißt Marteria! Das gibt dir den Rest.

Mieses Video, aber die Dimensionen werden ersichtlich:

Alle Bilder habe ich dank der freundlichen Genehmigung der schweizer Kollegen der Seite: www.tilllate.ch entnommen. Dort findet ihr noch jede Menge weiterer Schnappschnüsse, reinschauen lohnt!

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