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Posts Tagged ‘Sons of Noel and Adrian’

The Builders and Butchers – Kulturladen Konstanz – 24.06.2011

Zwischen den großen Festivals, ein kleines Stück dreckige Kleinkunst:

Aus der Einsamkeit Alaskas, über die Folk-City Portland in die weite Welt. Die Builders and Butchers sind eine Band, die ihr Herz freilegt und sich die Finger blutig spielt. Mal laut, mal leise, mal hymnisch, mal anstrengend und zerfrickelt, dann wieder spielerisch, eingängig, bierernst und augenzwinkernd. Dazu singt Ryan Solle mit rasselnder Stimme und in bester Bob Dylan-Manier tränenverhangene Geschichten von einsamen Verlierern und dem unaufhaltsamen Untergang – die verlorene Heimat scheint allgegenwärtig. Live bewegen sich die Builders and Butchers irgendwo zwischen einer Highspeed-Variante der Sons of Noel and Adrian und einer Straßenköterversion der Mumford & Sons. Dabei arbeitet der eindrucksvoll tätowierte Hells-Angel-Lookalike Harvey Tumbleson liebevoll an der Mandoline ab und tänzelt zusammen mit Bassist Willy Kunkle um den inbrünstig singenden Frontmann Solle herum. Das Bandgerüst vervollständigen Ray Rude und Brandon Hafer, die in erster Linie zu zweit auf einem flachen Schlagzeug trommeln, in zweiter Instanz aber an der Orgel, der Trompete oder Melodika den Songs besondere Momente einreiben.

Das Spektakel erinnert dabei mehr und mehr an eine Wild-West Szene, an ein aus dem Ruder gelaufenes Saloon Konzert. Eine handvoll besoffener Edelfans torkelt sympathisch grölend vor dem Bühnenrand und irgendwie wartet die Crowd nur darauf, dass endlich ein erster Schuss knallt. Vergeblich. Dafür gibt’s als Zugabe die blutige Eigenkomposition „Lullababy“ und das Creedence Clearwater Revival-Cover „I Put A Spell On You“ auf die Ohren. Und am Ende würde man liebsten ganz stilecht seinen Gaul satteln und ihr den Sonnenuntergang reiten.„I’m a poor lonesome Cowboy and far away from Home.“

->Aktuelles Interview und Livesongs.


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Burning-Eagle (Festival) – Franz K. Reutlingen – 16.04.2011

Das Franz K. ist ein altes Kino, die Sitze sind längst Sperrmüll und trotzdem, vielleicht aus Gewohnheit, presst man sich auf den Boden und schon zuckt der die Wade, droht der Krampf. Die meisten Bands spielen so 30-45 Minuten. Super, denkt man sich dann, denn 20 Minuten erträgt man ja auch mal das schlimmste Gejaule. Das hat Burning Eagle aber leider nicht zu bieten.

Von The Legendary Lightness hören wir nur circa drei Minuten sympathisches Gejamme. Yesterday Shop, ein regionaler, blutjunger Act klingt unheimlich ausgereift und ausgereift unheimlich. Das „Me“ von Me And My Drummer hat eine Stimme auf Lager, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt (im positiven Sinne, natürlich) und die ich gerne einmal Dieter Bohlen mit gesundheitsgefährdender Lautstärke um die Ohren blasen würde. Laish wärmt die ganzen Blutgefäße ganz Folk-typisch wieder auf. Rachel Dadd und Alessi´s Ark sind beide so total verplant, dass man sich Sorgen machen könnte, aber singen so glockenklar und wunderschön, dass man sich Sorgen machen muss. Denis Jones zum Abschluss, erscheint als ein Besessener der eigenen Musik voller Hirngespinste und Zuckungen.

Sons Of Noel And Adrian indes wechseln ihre Instrumente wie Unterhosen und spielen alles in Grund und Boden. Die singen so als gäbe es nichts schönes auf der Welt. Gingeschwängerte Geschichten aus einem Land vor unserer Zeit. Wild West. Tod und Verderben. Vor uns zappeln zwei Dreadlock-Belockte fast wie unter Elektroschockeinfluss. Das ist falsch. Denn Sons Of Noel and Adrian ist keine Musik um sich zu bewegen. Das ist Musik zum erstarren – zu Stein. In Demut.


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