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Shakespeare – Der Sturm – Theater Konstanz

Theater Konstanz – DER STURM

„Der Sturm“ startet – wen wunderts – stürmisch. Die Bühne des Konstanzer Theater wird niedergemäht, es pfeift und kreischt von der Bühne herunter, wo wir von der Darstellerriege nur wild durch das Dunkel fliegende Gliedmaßen sehen. Da ein Kopf, da ein Arm, hier ein Hilfeschrei, dort bricht Panik aus. Das Schiff des Königs von Neapel ist dem Untergang geweiht, keiner wird dieses Inferno überleben. Was bleibt ist Zerstörung und Leere. Und eine leere Bühne. Der Auftakt der Inszenierung von William Shakesspeares Klassiker „Der Sturm“ ist eindrucksvoll und zieht den Zuschauer ab der ersten Sekunde mitten in den Text hinein und auf die Bühne hinauf. Das Setting erinnert in seiner spielerischen Darstellung des Sturmes an ein Filmset des Regiepioniers Georges Méliès – das Theater wird in den ersten Minuten des Stücks zum Frühzeit-Kino, mutiert aber alsbald zurück auf die Textebene.

Theater Konstanz – DER STURMDenn dem Ende wohnt natürlich ein Anfang inne. Und jetzt sehen wir Prospero, den eigentlichen Autoren und Strippenzieher des Sturms. Der verschmähte Herzog von Mailand strandete einst mit seiner Tochter Miranda auf dieser magischen Insel, an der nun das Schiff seines Konkurrenten zerschellte. Doch Prospero, der weltliche Herrscher, der in diesem Wunderland eigentlich dem Untergang geweiht schien, begann die magische Luft zu atmen und besiegte in der Folge die Hexe Sycorax (die wir als Zuschauer gar nie zu Gesicht bekommen), machte sich ihren Sohn Caliban zum Sklaven und befreite zusätzlich den Geist Ariel, der im fortan immer wieder zur Hand geht. Mit den Mitteln dieser neuen Welt macht sich Prospero nun daran, seine Schulden aus der alten Welt zu begleichen. Und jetzt wird klar: Er steckt hinter dem Sturm, der wie durch Zufall all seine Feinde auf die Insel schwemmt. Was nun folgt ist ein Alptraum von einem Schachspiel, in welchen Prospero alle Akteure gegeneinander ausspielt und die geordnete, politische Welt in einem Schwall von unberechenbaren, kunterbunten Faktoren zerschellen lässt.

Theater Konstanz – DER STURMShakespeares letztes Stück wirkt angesichts der Zeit und des darüberhinausgehenden Werkes des Autors beinahe wie ein postmoderner Flickenteppich, der mystische Elemente mit Bezügen zur Antike, Ideen zur Zauberei und Zitaten aus Abenteuergeschichten durch den Fleischwolf dreht. Der Text ist verwirrt und verwirrend, Traum und Experiment, eine kunterbunte, kaum fassbare Robinsonade, die aber auch gleichermaßen politische wie mystische Bilder durchdenkt und sowohl zu Beginn in einem Sturm sowie zum Ende in einer finalen Konfrontation explodiert.

Theater Konstanz – DER STURMChristine Eders Inszenierung am Theater Konstanz gelingt es genau diesen Flow und Charakter der Vorlage perfekt zu treffen. Die Konstanzer Version ist unglaublich kurzweilig, die sieben Darsteller sind durchgehend in Bewegung, nutzen jeden Winkel, jedes Schlupfloch der Bühne. Bemerkenswert ist vor allen Dingen der absolute homogene Wechseln der Rollen – ein Großteil der Darsteller übernimmt mehrere Rollen, die dann teilweise parallel auf der Bühne zu finden sind. Einzig Ralf Beckords (er mimt den Prospero), besonnenes und doch doppelbödiges Schauspiel, lässt ab und an Zeit zum verschnaufen. Ansonsten steht der Zuschauer unter einem wunderbaren Dauerbeschuss, der vollste Aufmerksamkeit fordert.

Theater Konstanz – DER STURMDer Zuschauer verfolgt mehrere Erzählstränge, in denen unterschiedliche Gestrandete zusammenfinden und die dann im Verlauf des Stückes Stück für Stück wieder zueinander geführt werden. Zwischendurch bläst immer wieder dicker Nebel auf die Bühne, ein surreales, alles in sich hinein fressendes Bild, das die Szenen zurücksetzt, das Stück scheinbar restartet. Das dabei entstehende Gewusel ist absolut kurzweilig und durchzogen von kleinen, aber feinen Happen, die das Publikum wie der (inszenierte) Liebesgeschichte der beiden Sprösslinge der Monarchen, einer total überraschende Tanzeinlage, einem ausufernden Trinkgelage, Ariels Interaktion mit den Zuschauern und, und und. „Der Sturm“ gleicht in dieser Version einem surrealen Trip, einem Traumgebilde, das sich perfekt im Motto des Theater Konstanz „Damit ich dich besser fressen kann…Märchen, Mythen und Europa“ verordnen lässt.

Und dann, zack, ist der Traum aus. Das Stück endet nach 70 Minuten, die sich effektiv wie 15 anfühlen. Was bleibt ist ein Gefühl, wie wen gewaltsam aus einem Traum gerissen wird. Der Kopf ist voller Bilder und Sprachfetzen, die alle nicht so richtig zusammenpassen und an denen man noch Stunden später zu knabbern hat, weil man sie einordnen will und weiterdenken – aber dazu nicht so richtig in der Lage ist. Oder doch?

 

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Herr Sorge – Theater Konstanz

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Mitten im Konzert von „Dunkelkammermusik“ versteht man als Zuhörer die Welt nicht mehr:Da steht links ein Riesenflügel auf der Bühne, an dem sich der hochdekorierte Jazzpianist Florian Weber virtuos abarbeitet. Da steht rechts ein futuristischer Instrumentenpanzer, aus dessen Inneren Produzentenlegende Jan van de Toorn im Robotoraufzug abgefahrene Elektrosounds abfeuert. Da steht zentral Herr Sorge, besser bekannt als Samy Deluxe, und singt in sich durch Popsong-Fragmente mit depressiv politischen Texten. Und das alles im altehrwürdigen Konstanzer Theater. Eigentlich passt das hinten und vorne nicht zusammen – wie in einem abgefahrenen Traumgebilde, in dem sich verschiedene, kontrastive Realitätsfetzen plötzlich homogenisieren.

Wer oder was ist Herr Sorge? Der HipHop-Kosmos reagierte irritiert als die ersten Gerüchte um ein neues Samy Deluxe Projekt aufkeimten. Der Hamburger HipHop-Urvater setzte konsequent neue Spuren, die aber allesamt im Nichts verliefen. Immerhin offenbarte sich nach ersten Interviews der Genpool des Projekts: Herr Sorge trägt ein abgeranztes, schäbiges Outfit und sieht die Welt mit anderen Augen: Als dunklen, kapitalistischen, korrupten, hoffnungslosen Moloch, den es radikal zu kritisieren gilt. Das Album „Verschwörungstheorien mit schönen Melodien“ setzte dem ganzen Wirrwarr die finale Krone auf: Die Scheibe präsentierte sich sowohl soundtechnisch, als auch thematisch absolut überfrachtet. Herr Sorge entrollte sich einen Dschungel von Effekten, Autotune, Beats und Sounds. Kurzum: Das Album war für jeden, der ein normales Pop-Hörerlebnis erwartete de facto nicht konsumierbar. Die Samy Deluxe Fans reagierte brüskiert, panisch, beleidigend. Ob das von Herr Sorge so geplant war, ist bis heute nicht geklärt.

Für das Live-Produkt hat sich Herr Sorge nun eine komplexe künstlerische Basis geschaffen: Im eingangs beschriebenen Kontrastfeld entwickelt sich live ein ganz ungewöhnlicher, experimenteller Sound, der aber im Gegensatz zum Album wirklich funktionieren will. Van de Toorn lässt es zwitschern, wummern und ziepen, während Herr Sorge (der ganz offensichtlich an seiner gesanglichen Präsenz gearbeitet hat) mit der ihm angeborenen Lockerheit und fast bluesartigen Coolness seine Strophen reproduziert. Der musikalische Kit ist aber Weber, der mit seinem schieren Talent, die anderen Bausteine zusammenflickt und noch Raum für jazzige Improvisation findet.

Natürlich wirft eine derart radikale Metamorphose der musikalischen Identität die Frage auf, ob es nicht vollkommen legitim ist, dass ein Künstler sich verschiedene Alter-Egos, Versionen und Rollen zulegt. Im Hiphop-Kontext funktionierte das nicht: Die Szene konnte Herr Sorge nicht von Samy Deluxe loslösen – das durchaus zahlreich erschienene Publikum in Konstanz schafft diesen Schritt und bietet dem Projekt damit einen kreativen Nährboden für die vollzogene Rekontextualisierung. Und „Dunkelkammermusik“, wie sich das Gesamtprojekt nennt, nutzen diesen Freiraum mit einer überschäumenden Lust am Grenzen aushebeln: Während eines Gedichts klettert Weber in seine Flügel und macht in den Innereien ganz neue Tonabnehmer aus. An einer anderen Stelle setzen die drei Protagonisten ihre Iphones als unberechenbares Instrument ein. Dann übersetzt Keller alte Samy Deluxe-Parts und Wortfetzen in eine jazzige Komposition. Und weil am Ende Herr Sorge noch Samy Deluxe´ legendären Hit „Weck mich auf“ „covert“, schließt sich dann doch noch der Kreis aus Jazz, HipHop, Elektro, Experiment, Politik, Theater und Wahnsinn zu einem runden, merkwürdigen Gesamtkonstrukt.

 

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Theater Konstanz/ Nanzikambe Arts – „The Story Of The Tiger“

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Die Bestie schreit und kreischt. Die Bestie reißt. Die Bestie frisst. Die Bestie säuft. Und die Bestie kriegt uns alle. Die Bestie geht uns alle an.

the story of the tiger, theater konstanz, afrikanisches theater, werkstatt, malawi, kooperation, grenzen, tiger, schauspieler, inszenierung, krieg, proteste, fantasie, pans labyrinth (1)Und plötzlich befindet sich der Zuschauer inmitten eines politischen Aufstandes. Massen von Demonstranten ziehen schreiend durch Häuserschluchten. „He must go!“ Es scheint ein friedlicher Protest, ein ruhiges Aufbäumen. Dann aber bricht die Hölle los. Schüsse pfeifen durch die Gegend, schlagen in erst in Häuserwände, dann in menschliches Fleisch. Dem namenlosen Erzähler wir der der Oberschenkel durchschossen. In Panik flüchtet er aus der Stadt, springt in einen Fluss und schleppt sich mit letzter Kraft in eine Höhle auf der anderen Seite des Gewässers. Dann der Schock: Die Höhle ist über und über mit Knochen belegt, ein wahrer Friedhof. Eine Vorhölle. Und dann hört er sie. Die Bestie. In der Höhle haus ein weiblicher Tiger mit Sohn und das ausgewachseneRaubtier trottet nun auf den Erzähler los, öffnet seinen tödlichen Schlund und…schleckt seine Wunden. Der Erzähler, gerade noch in Todesangst, beruhigt sich langsam und wird in der Folge zum vollwertigen Familienmitglied. Er trinkt die Milch der Tigerin. Er spielt mit dem Kleinen. Er kredenzt den beiden Tieren meisterlich zubereitetes Fleisch. Frieden. Familie. Eierkuchen.

Dario Fos Ein-Mann-Stück „The Story Of The Tiger“ wurde von Thoko Kapiri mit Geoffrey Mbene in der Hauptrolle inszeniert. Beide Künstler arbeiten am malawischen Theater Nanzikambe Arts, das mit dem Theater Konstanz eine mittlerweile dreijährige, intensive Kooperation verbindet. Eine Kooperation, die Grenzen aufbrechen sollte und Gemeinsamkeiten und Unterschiede innerhalb der europäischen und afrikanischen Theaterkultur aufzeigen und die Grundlage für Annäherungen und Adaptionen schaffen sollte. Mbenes fulminante Leistung packt das im Handumdrehen.

story of the tiger, theater konstanz, afrika, theater, malawi, politik (6)Innerhalb von Sekunden gelingt es dem afrikanischen Schauspieler mit spärlichen Blicken, Geräuschen und Bewegungen, sein Publikum aus der, nur mit einen Holzschnipseln verzierten Werkstatt, direkt in seine Heimat zu verfrachten. Zunächst in Schreckensszenerie des Krieges, dann in die Höhle des Tigers. Mbene spielt dabei anders, als wir es von europäischen Schauspielern gewohnt sind. Er schreckt zu keiner Sekunde vor großen Gesten zurück. Er springt, tanzt, kreischt, johlt, fuchtelt, wedelt, spuckt, fällt, kracht und jodelt. Pantomime. Ausdruckstanz. So wird Mbene gleichermaßen zum Verwundeten, zum Tiger, zum Politiker, aber auch zu den Massen der Demonstranten, zu einem Heer chinesischer Soldaten, zu lästernden Dorfbewohnern. Die Rolle, die Figur, der Schauspieler ist absolut hybrid. Er ist das Stück. Hier gibt es keine Identifikation, nur eine lückenlose Adaption der erzählten Welt. Mbene ist die Matrix, die sich ständig aufs Neue zusammensetzt – und die selbstredend auch auf die Vervollständigung durch die Fantasie der Zuschauer angewiesen wird. So entsteht eine ganz eigene, ungewöhnliche Spielart des Theaters: Ein Traumatorium, eine Anleitung zur Fantasie, eine Aufforderung zu großen Gesten, zum Nachdenken, zum Durchdrehen, zum Unfassbaren.

Denn „The Story Of The Tiger“ wird nach bitteren, traurigen Auftakt zunehmends fiktional, absurd. Ein Märchen, ein fantastisches Hirngespinst – und erinnert deshalb ist seiner Konzeption an den Guillermo Del Toros wundervollen Fantasyfilm „Pans Labyrinth“. Dort flüchtet sich die zwölfjährige Ofelia angesichts der Schrecken des spanischen Bürgerkrieges in eine märchenhafte Zauberwelt. Fantasie besiegt Krieg. Zumindest im Kopf. In der Geschichte des Tigers ist es indes kein Pan, sondern eben besagter Tiger, der dem Verwundeten eine neue Welt eröffnet. Eine surreale, friedliche, imaginäre Ersatzwelt, die sich eindeutig gegen die kalten, tödlichen, erdrückenden Realität des wahren Lebens absetzt. Die Höhle des Löwens wird zum Rückzugsort, zum Hort der Fantasie.

the story of the tiger, theater konstanz, afrikanisches theater, werkstatt, malawi, kooperation, grenzen, tiger, schauspieler, inszenierung, krieg, proteste, fantasie, pans labyrinth (2)Dabei knüpft Dario Fos Text direkt an historische Ereignisse an: 2011 war der malawische Professor Blessings Chisinga verhaftet worden, nachdem er die Verhältnisse in Malawi bezüglich Kraftstoff-Versorgung und Finanzierung angeprangert und in Bezug zu den Ursachen des Arabischen Frühlings gesetzt hatte. Polizeipräsident Peter Mukhito sah in Chisingas Aussagen eine Provokation und ein Aufruf zu gewaltsamen Widerstand und ließ den Professor festnehmen. Als es in der Folge zu Demonstrationen und Protesten gegen Mukhitos willkürliches Verhalten kam, wurde ebendieser vom (demokratischen gewählten) malawischen Staatsoberhaupt Bingu wa Mutharika in Schutz genommen. Darauf hin eskalierte die Situation und Massen (die jetzt nicht mehr ausschließlich aus dem Universitäts Umfeld stammten) gingen auf die Straße. Ihr Credo: „Wir werden die Arroganz und die Straflosigkeit der Exekutive (gemeint ist die Polizei) nicht dulden. Das Einzige, was wir verlangen, ist eine Garantie unserer Sicherheit. Falls wir aber dadurch, dass wir zu unseren Prinzipien stehen, zu Opfern gemacht werden, so sind wir bereit.“ Und leider gab es Opfer. Die überforderte Polizei feuert willkürlich auf die Demonstranten, am Ende lassen mindestens 18 Menschen ihr Leben. Kinder. Frauen.

story of the tiger, theater konstanz, afrika, theater, malawi, politik (1)He must go. He must go. He must go.“ Immer wieder wiederholt die namenlose Hauptfigur diesen Satz zu Beginn und am Ende des Stückes. „He“, dass wird erst im Kontext deutlich, das ist Mutharika, der die Demokratie in Malawi ad absurdum führte. Dessen Exekutive das Bein durchschoss und unseren Helden ins Exil, in die Höhle des Löwen zwingt. Am Ende kehrt er in die Welt der Menschen zurück. Ein Geist. Ein Zombie. Die beiden Tiger folgen ihm und werden zur mystischen Waffe gegen das brutale Regime. Immer wieder schlagen sie die gewaltbereiten Polizisten in die Flucht – bis einmal mehr die Politik einschreitet und den Tiger, die Fantasie, die Ausflucht als illegal markiert. Aus der Traum. So gleitet das Stück durch die Hintertür aus dem warmen Fantastischen wieder ins kalte Reale. Ein Schlag ins Gesicht. Am Ende die künstlerische Selbstreflektion innerhalb der politischen Aufarbeitung: „In Malawi, when we do protest theatre, we end up here!“ Und „Here“ ist Dunkelheit. Der Keller.Die Hölle. Der Tod.Das Ende. Bestien sind nicht immer Raubtiere.

Alle Bilder aus dem Stück selbst stammen aus dem wunderbaren Flickrstream von Philipp Hamedl (KLICK! Es lohnt sich: http://www.flickr.com/photos/philipphamedl/sets/72157629893639910/). Das Copyright und alle Rechte an den Bildern bleiben vollständig bei ihm.

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Theater Konstanz – „Werther“

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Werther ist glücklich. Und das passt ihm ganz und gar nicht. Denn die eigene Zufriedenheit steht seiner Kunst, seinem Schaffen im Wege. Händeringend sucht der junge Mann nach Themen, Sätzen, Wörtern, die aufwühlen und umwälzen. Die bewegen. Doch seine literarischen Versuche bleiben bloße Beschreibungen von Blüten und Sommertagen. Kitsch. Belanglos. Und man hat gleich zu Beginn das Gefühl, Werther warte nur auf den Einschlag, der seine Welt zerschmettert und den eigenen Schaffensprozess ins Rollen bringt.

Und ich fühle mich unweigerlich an Conort Oberst erinnert, den Folkpoeten, den, wen man so will, Werther der Popkultur, der seinen Herzschmerz so bedingslos auf Platten presste. Heute fordern die Anhänger, enttäuscht von Oberst´ neueren, seichteren Kompositionen, man solle dem Singer-Songwriter endlich mal wieder das Herz brechen. Doch Depression, das muss Werther mit allem Nachdruck erfahren, offenbart nur selten schöpferische Energie. Als Lotte, die Traumfrau, mit kosmischer Wucht Werthers Sonnensystem in Stücke reißt, bleibt für den Träumer nichts als Schmerz. Erdrückender, alles einnehmender Schmerz, in dessen Umlaufbahn Zeit zur Folter wird.

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Entsprechend taktet die aktuelle Werther-Inszenierung des Theater Konstanz die 120 Minuten Stück im Rhythmus eines Jahres. 1. Mai. 2. Mai. 3. Mai. Die Daten sind der Beat, der Herzschlag des Stücks und der wird im Verlauf immer lauter, nervtötender, bis er zu einem Wummern wird, dem man sich nicht mehr entziehen kann. 29. August. 30. August. 31. August. 32. August. 33. August. Darüber hinaus setzt die Dietrich Trapps Inszenierung auf Reduktion. Es gibt keine Effekthascherei, keine übertriebene Dekoration oder Modernisierung. Nur Text. Und Mensch. Und einen unförmigen Tisch im Zentrum der Werkstatt, der sich einer gespiegelten, ebenso unförmigen Leinwand wiederfindet. Links steht ein Mikrofon und rechts eine Kamera, die verschiedene Versatzstücke auf die Leinwand wirft. Zunächst eine Reclam-Ausgabe des verhandelten Textes. Dann Blüten. Dann die immer wiederkehrende Referenz und Erinnerung an Lotte, eine Styropor-Schaufenster-Puppen-Büste, deren schwarze, ausdruckslose Augen Werther solange anstarren, bis er selbst ins Zentrum des Bildes rückt. Und dann steht er auf der Leinwand, wieder und wieder reproduziert. Hundertfach Werther, der immer weiter verschwimmt, bis er für das menschliche Auge nicht mehr wahrzunehmen ist.

theater, werther, konstanz, werkstatt, theater konstanz, 2013 (1)Dabei blicken wir auf Axel Julius Fündeling, den Alleinunterhalter des Werther-Leierkastens, der zu Beginn nochso adrett gekleidet war, so ehrlich strahlte, fast selbstverliebt agierte. Doch diesen Menschen gibt es nicht mehr. Fündelings Werther zersetzt sich innerhalb des Stückes zum Wrack. Er schwitzt, die Haare kleben in alle Richtungen und sein Blick ist leer. Leer. Leerer. Als Werther seinen letzten Brief an Lotte schreibt, läuft er förmlich aus. Seelisch, klar, aber vor allem körperlich. Fassbar. Der Schweißt läuft in dicken Tropfen aufs Papier und vermischt dort mit der frisch auftragenen Tinte – wird Symbol, Allegorie. Text und Körper verschwimmen und stehen dabei stellvertretend für die anderen Flüssigkeiten des menschlichen Körpers: Blut, Tränen, Kotze.

theater, werther, konstanz, werkstatt, theater konstanz, 2013 (3)Zunächst gefällt sich Werther in der Rolle des Leidenden. Dann aber verliert er zunehmend die Kontrolle. 34. August. 35. August. 36. August. Dabei verfremdet Fündeling seinen Werther in einigen wenigen Momenten. Etwa wen er die Souffleuse anbrüllt, ins Publikum schreit oder unbeholfen mit einer Zuschauerin flirtet. In diesen Sekunden verschmelzen Zuschauer- und Theaterraum und man erkennt, wie weit Werthers Zersetzung bereits fortgeschritten ist. Der eben noch sympathische, wenn auch arrogante junge Mann ist jetzt ein Gift und Galle spuckender Choleriker und doch, angesichts seines gebrochenen Herzens, unfähig zu jeder Form von Konversation. Außer Stande, Glück zu empfinden. Die Radikalität mit der Fündeling den Zerfall des Werthers mit reduzierten Mitteln darstellt schmerzt selbst im Publikum. Die Performance springt einen regelrecht an und die förmlich fassbare Depression der Figur legt sich wie eine Taucherglocke über den gesamten Theaterraum. Wenn sich ein Basketballer in Amerika einem Ball hinterher schmeißt oder sich ohne Rücksicht auf Verluste ins Publikum stürzt, schreien die Moderatoren meist verzückt auf: „He sacrifies his body!“ Ähnlich kompromisslos geht Fündeling vor. Ein einfaches Konsumverhalten ist für den Zuschauer kaum mehr möglich – zu nah und greifbar ist der Schmerz.

Und natürlich könnte man sich fragen, warum 2013 immer noch diesen alten Schinken durchkauen muss, wenn man sich dem Drama der Jugend annähert. Denn natürlich folgten tausende Werther. Und natürlich folgten unzählige Dramen. Und natürlich gibt es tausende Texte der gleichen Thematik. Doch die schiere Hitze, die Trapp und Fündeling produzieren, führt uns einmal mehr vor Augen, das dieser Text eben doch nichts von seiner Durchschlagskraft verloren hat. Depression. Druck. Burn-Out. Zerrissene Herzen. Gesprengte Erwartungen. Werther ist gleichermaßen Symbol des Sturm und Drang, tragisches Spiegelbild der Moderne, verleugneter Akteur des Punk, wie auch die Schablone eines Opferlamms unserer digitalen, post-postmodernen Gesellschaft. Geschlachtet und zerrissen.  

Weitere Termine für „Werther“ am Theater Konstanz findet ihr hier: http://www.theaterkonstanz.de/tkn/veranstaltung/04975/index.html?events=all

Anschauen!  Karten gibt unter 07531/ 900 150 oder per Mail: theaterkasse@stadt.konstanz.de

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„Nipple Jesus“ – Theater Konstanz

 Nipple Jesus, Theater Konstanz, Nick Horby, Spiegelhalle (2)

„Sie erwarten von mir, dass ich Ihnen sage, dass ich Ihnen definiere: Was ist Kunst? Wenn ich es wüsste, würde ich es für mich behalten.“ (Pablo Picasso)

Nipple Jesus, Theater Konstanz, Nick Horby, Spiegelhalle (1)

Dave ist Nachtwächter, tätowiert, mit Backenbart, grobschlächtig, einer, der beim Rauswurf auch mal härter zulangt, als es unbedingt nötig wäre. Doch Dave ist eigentlich ein gutmütiger Typ, mit Frau und Kindern und Zukunftsängsten und allem was dazu gehört. Und als er eines abends während seiner Schicht beinahe abgestochen wird, reicht er seine Kündigung ein. Und da steht er jetzt, adrett gekleidet, die Schuhe wippend, nervös auf die Uhr blickend, sich räuspernd. Und der Blick geht in Richtung Publikum, die Lippen bewegen sich, dann zurück in die Ursprungspose. Doch irgendwann hat sich zuviel Gedankenmatsch aufgestaut und es bricht aus Dave heraus: 

Es ist Daves dritter Arbeitstag in der Galerie. Als Aufpasser. Als Museumswächter. Während seine Kollegen klassische Portraits oder moderne, aber harmlose Kunstgegenstände bewachen, wurde Dave als Bodyguard für ein außergewöhnliches Bild ausgewählt: Nipple Jesus – ein Jesusportrait bestehend aus unzähligen, aus Pornoheften ausgeschnittenen Brustwarzen.

 „Kann etwas schön sein, das aus Porno gemacht wurde?“ (Dave)

Nipple Jesus, Theater Konstanz, Nick Horby, Spiegelhalle (3)Das ist die Grundkonstellation der Kurzgeschichte „Nipple Jesus“ des Bestsellerautors Nick Hornby, der seine, zu leicht cholerischen Anfällen neigende Hauptfigur, in der Folge den gesamten Kunstbetrieb durchdenken lässt. Der fantastische Clou dabei: Dave ist kein Intellektueller, kein Hipster, kein Idealist – Dave ist Dave, ungebildet, wütend. Und Dave macht sich nicht aus Kunst, sie ist ihm scheißegal. Was also passiert, wenn ein solcher Typ plötzlich ein Strudel von Kunst- und Theologiediskussionen gerät. Wenn ein solcher Typ zum Zeuge, zum Chronist und Philosophen wird.

 „Nipple Jesus“ springt Dave regelrecht ins Gesicht, er packt ihn an der Elvismähne und lässt ihn nicht mehr los. Er wird sein Bild. Und dabei tun sich plötzlich Fragen auf: Was sehen wir? Was ist Kunst? Welche Rolle spielt Provokation? Muss Kunst provozieren? Wie wird etwas Kunst? Wie wird etwas wichtig? Was ist wichtig? Wo finden wir Jesus? Kann etwas schönes aus Porno entstehen? Hornbys Text ist eigentlich einfach, eine Reflexion in Alltagssprache (das Original quillt von ‚Fucks‘ nur so über), eine Fülle von Anekdoten – und doch ist da mehr, eine zweite Schicht, die nicht aufgesetzt ist, die funktioniert. Und die den Leser, bzw. Zuschauer automatisch zum reflektieren zwingt. Die dem Kunstbetrieb einen gesprungenen, kleinbürgerlichen Spiegel vorhält und dabei nichts und niemanden lächerlich macht, aber Lücken im System nachhaltig aufzeigt. Das macht „Nipple Jesus“ so fantastisch.

„Kunst ist das was übrig bleibt, nachdem alles an ihr bis ins letzte analysiert worden ist.“ (Martin Kessel)

Nipple Jesus, Theater Konstanz, Nick Horby, Spiegelhalle

Unter der Leitung von Regisseur Wolfgang Hagemann, der erstmals am See inszenierte, bringt das Theater Konstanz „Nipple Jesus“ auf die Bühne. Raphael Fülop mimt dabei den Dave und stemmt dabei die Mammutleistung, ein gesamtes Stück alleine zu agieren, einsam auf der Bühne zu stehen. Eine solch reduzierte Konstellation (inklusive Prosatext) könnte schnell zur erweiterten Lesung, zur Stand-Up-Comedy verkommen – tut sie aber nicht: „Nipple Jesus“ wird Theater, ist Theater. Und Text. Zum Greifen. Vor allem weil Fülop einen Dave entwirft, der nicht nur so aussieht, wie sich der Leser ihn vorstellt, sondern der genau so redet. Der über stumpfe Witze lacht und sich verhaspelt und dann plötzlich ohne Grund los schreit. Und der trotz der beinharten Schale, einen weichen, reflektierten Kern offenbart.

Gespielt wird im Foyer der Spiegelhalle, in kleinem Raum. Die Bühne ist reduziert, da ist ein Stuhl und ein Kader, in dem sich auf Video eine Zwiebel entschält. Daneben baut sich Dave auf und marschiert in der Folge, angetrieben von den eigenen Gedanken über jeden Quadratzentimeter der Bühne und dabei gelingt es Hornby, respektive Hagemann, respektive Fülop zunächst die unterhaltsamen Anekdoten lebhaft und witzig aufzuarbeiten und dann auch die ständig verzweigteren Problemkonstellation mit Dave durchzudeklinieren. Das macht unglaublichen Spaß und die 70 Minuten „Nipple Jesus“ gehen runter wie Öl. Das ist Satire, ‚Kunstgeschwafel‘ wie es sein sollte!

Video? Klick!: http://www.theaterkonstanz.de/tkn/index.html?lang=de&multimedia=NHzLpZeg7t,lnJ6IzdeIp96km56VlmtwlphOqdayXbGH7Iuq2Z6epJCIeIFohr2lla2M04au3aWXpI2Yl6OOpuc-.flv

Das Theater Konstanz spielt „Nipple Jesus“ am 14.03., am 18.04. und am 23.04. – Schaut euch das an!  Karten gibt unter 07531/ 900 150 oder per Mail: theaterkasse@stadt.konstanz.de

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„Gegen die Wand“ – Theater Konstanz – Herbst 2012

Gegen die Wand“ ist die Geschichte von Cahit, einem depressiven Säufer, der sich selbst und seine türkische Herkunft verabscheut und der sein Auto mit voller Wucht gegen eine Wand knallt. Und „Gegen die Wand“ ist die Geschichte Sibels, einer jungen Türkin, die das echte Leben und vollkommene Freiheit genießen will, aber immer wieder gegen kulturellen Schranken ihrer Familie brettert und sich in einem Anfall der Verzweiflung die Pulsadern aufschneidet. Sibel trifft auf Cahit und sieht in ihm einen Ausweg: Scheinheirat! Die beiden bilden eine ungewöhnliche WG und bald entsteht eine destruktive Liebe, die beide Figuren erbarmungslos zerreibt.

Die Forschung unterteilt die Deutsch-Türkische Literatur gemeinhin in drei Phasen: Die erste Phase ist geprägt von Heimatverlust. Die türkischen Hilfsarbeiter werden entwurzelt, ihrer eigenen Kultur entrissen und ins kalte Deutschland versetzt. Dort verstehen sie kein Wort und die verlorene Heimat brennt im Hirn bis zur Depression. In der zweiten Phase regiert die Wut: Die Kinder der ersten Generation gehören weder in die Türkei noch nach Deutschland, sie verzerren sich nach Ausbruch, Rebellion und Freiheit / „Dein Türkisch ist ganz schön im Arsch. Was hast du mit deinem Türkisch gemacht?“ „Weggeworfen!“/. In der dritten Phase haben sich die deutsch-türkischen Autoren zu großen Teilen in Deutschland eingelebt, sie sind Teil der westlichen Welt und erkunden nun für sich die eigenen Wurzeln. Fatih Akins 2004 erschienener Film „Gegen die Wand“ ist dabei eindeutig der zweiten Phase zuzuordnen. Sibel will Leben, saufen, Drogen nehmen, ficken. Sie will ihre eigenen Regeln aufstellen, abseits der Türkei, ihrer Familie und Religion, die sie in ihrem Freiheitsdrang beschränken. „Gegen die Wand“ hat mit seiner Wucht und Kompromisslosigkeit für anhaltende Diskussionen gesorgt und das Bild des Deutsch-Türken gesprengt.

Regisseur Martin Nimz hat den oben verwobenen Stoff im vernebelten Herbst in Konstanz auf die Bühne gebracht. Gespielt wird mit vier Schauspielern: Andreas Haase mimt Cahit. Vollkommen ausgebrannt, absolut leergesoffen. Für diesen Cahit gibt es kein Ziel mehr und alles was war, ist weggewischt in unzähligen Vollräuschen. Und während Haases kahler Schädel im Bühnenlicht nur in matten weiß aufleuchtet, hat man das Gefühl, dass mit jedem Sibel-Auftritt (alias Sarah Sanders) ein Eimer Farbe auf die Bühne gekippt wird. Diese Sibel ist laut und hyperaktiv, springt und kreischt und tanzt ohne Pause solange, bis selbst der scheintote Cahit Feuer fängt. Sibel ist Cahits Defibrillator, doch als dessen Herz wieder pumpt, reißt er die junge Türkin mit ins Dunkel. Alle anderen Figuren werden von Kristin Muthwill und Thomas Fritz Jung verkörpert. Sie springen zwischen den Rollen, werden dabei von unglaublich dämlichen Kostümen (die freilich nur als Signale wirken sollen) illustriert und sorgen vor allen Dingen für ein unglaubliches Tempo.

Die Bühne frisst dabei fast den kompletten Raum und presst den Zuschauer regelrecht in die schmale, kreisrunde Sitzreihe, die sich am Rand des Raumes entlangschlängelt. Die hintere Wand dient als Projektionsfläche, darüber hinaus fährt immer wieder eine Leinwand in den Raum, auf die ebenfalls Filmfetzen und Liveübetragungen geworfen werden. Der Raum indes ist überhäuft von Müll, Massen an leeren Dosen, Kippen, Essen, Gitarren und einer Musikanlage, an der die Figuren immer wieder hantieren. Das Stück funktioniert im Zeitraffer, Highspeed-Theater, die Geschichte rauscht regelrecht am atemlosen Zuschauern vorbei – und wird dabei selbst zum Bild, zur Metapher für das echte, das unmittelbare Leben, nachdem sich Sibel so sehr sehnt. „Pure Vernunft darf niemals siegen“. Irgendwann hallt Tocotronic durch die Inszenierung und über all den Müll und all das angehäufte Drama. Ein wunderbar inszenierter Moment, währenddessen es Medien aus allen Rohren bläst: Musik, Theater und Film gehen für einige Sekunden Hand in Hand. Dann aber wird der Zuschauer weiter gerissen. Es gibt keine Bremsspuren.

Eine Verschnaufspause gibt es erst im zweiten Teil des Stücks. Die Szenerie: Eine Vergewaltigung in Istanbul. Die Musik und das Licht sind aus und dem Zuschauer bleiben nur Schatten und das penetrante Aufeinanderklatschen der Körper. Das ist so furchtbar, das man beinahe eingreifen möchte. „Halt!“ schreien. Und in diesen Sekunden wird deutlich, zu welcher Wucht Theater heute noch im Stande ist.

Natürlich muss sich die Inszenierung ein Stück (!) weit mit der Filmvorlage messen und natürlich ist das ein überaus schwieriger Vergleich: Fatih Akins Film gehört definitiv zu den aufregendsten und wunderbarsten Werken der jüngeren deutschen Filmgeschichte. Er lebt von einer Präsenz und vor allen Dingen von kalter Realität, die beinahe schmerzt. Birol Ünel ist Cahit, Akin hat den Film für ihn geschrieben. Produktionsfirmen sprangen ab, als von der Besetzung Ünels hörten, der einen Wohnwagen zerstörte und in die Türkei wegen eines Einreiseverbots geschmuggelt werden musste. Und Sibel Kikelli ist Sibel. Kikellis einzige Filmerfahrungen waren Billigpornos, ihr Spiel war roh wie Hackfleisch und passte gerade deshalb wie die Faust aufs Auge. Sanders und Haase ahmen nicht nach, sie finden ihren eigenen Grat, eigenen Nuancen der Geschichte. Das Stück ist also abstrakter, muss abstrakter sein: Es ist Literatur, voller Bilder und Anspielungen, eingefangenen Momenten, technischer Spielereien und transportiert dabei doch die selbe Gefühlslage, den selben Zeit- und Kulturgeist, die selbe Sehnsucht und Wut. Am Ende rauscht der Film selbst im Zeitraffer über die Bühne – das ist ein klares Verbeugen vor der aberwitzigen Vorlage, vor der sich Martin Nimz Inszenierung aber keinesfalls verstecken muss. Viel eher unterstreicht seine Version bestimmte Aspekte dieser großartigen Geschichte nachhaltig. Dick und fett mit Edding. Und es darf wieder diskutiert werden.

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