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Posts Tagged ‘Vessels’

Unscharf und vernebelt

Es ist schon ein erniedrigendes Gefühl, wenn du vor Konzertbeginn im Graben hockst und neben dir ein Nerd nach dem anderen Spaceshuttle-mäßige Hightech-Kameras im Sekundentakt um neue Bauteile erweitert, bis er seinen Todesstern zusammengeschraubt hat und circa 10000 Wahnsinnsbilder in der Sekunde produziert. Und ich daneben: Omas Digicam für den Italienurlaub (54.99 Euro Restposten).

In den vergangenen Jahren habe ich ne menge Konzerte besucht, das Know-How war bescheiden, die Ausrüstung meistens auch. Bilder hab ich trotzdem gemacht. Verwackelt und verschwommen, unscharf und vernebelt.  Und irgendwie allesamt trotzdem schön.

Hier ist also der Atlas der Konzert, die Chronik der Musikbilder. Vielen Dank an alle Bands, Konzertbegleiter, Kameraausleiher und Ersatzfotografen. Und  jetzt klickt euch durch die Galerie! Husch, husch!

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Vessels – Kulturladen Konstanz – 11.05.2011

Vessels Kulturladen Konzert Konstanz

Ein Gewitter entsteht, wenn feuchtwarme Luftmassen auf kältere Atmosphäre treffen und sich die dabei entstehende Elektrizität mit aller Gewalt entlädt. Doch nicht für Hobby-Picknicker und Pilzsammler besteht die Gefahr in ein brachiales Gewitter zu geraten, auch die Besucher eines Vessels-Konzert werden gnadenlos nass gemacht. Schuld daran war keinesfalls ein meteorologisches Phänomen (oder gar eine zu schwache Blasen), sondern viel mehr der unkontrollierte, beinah beängstigende Energie, die der Prog-Post-Rock-Bastard der Band freisetzt. Wir präsentieren: Aus den schäbigsten Spelunken Großbritaniens: Vessels, die einst als Vorband kamen und als Hauptact gingen; Vessels, die Oceansize einst ohne Erbarmen an die Wand spielten. Heute ist die Bühne überladen, Soundmaschinen wohin das Auge blickt, soweit bis die Bühne selbst zur Maschine wird.

Der menschliche, die Instrumente bearbeitende Kit füllt die Zwischenräume und betätigt sich als Maschinist und Experimenteur. Mensch-Maschine/ Maschinen-Mensch/ Musik-Mensch/ Maschinen-Mensch-Musik. Die Songs zerbersten in rasender Wut, in psychopathische Ausbrüchen, die keiner mehr im Griff hat. Vessels schichten Basssound über Gitarrengejaule, Loop an Loop und das wummernde Keyboard über den Takt der präzisen Schlagzeug-Schläge. Dabei entstehen dunkle, wallende, knisternde Soundwolken, die sich solange aneinander reiben, aufreiben und aufstauen bis sich all die musikalische Kraft und Energie entlädt, der Kulturladen in Blitzen explodiert. Das Publikum unter Strom zuckt und kreischt. Und dann donnergrollend applaudiert.Gewitter können so schön sein!

(lese nur das fett Gedruckte!)

Bitte klicken, grandioses Video:

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