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Ahzumjot/ Kraftklub – Abart Zürich

 

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Von Jochen Teufel

Ein abartiges, sorry, den konnte ich mir nicht verkneifen, Glückgefühl überkommt mich an diesem Mittwochabend in der Zürcher Tram Richtung Bellvue. Ahzumjot hatte soeben verkündet das er am folgenden Abend zusammen mit der Chaostruppe Kraftklub in den Zürcher Indieschuppen “Abart” einfallen wird. Kraftklub, mittlerweile wohlbekannt als karl-marxistisches Abrisskomando der deutschsprachigen Club- und Festivallandschaft und Ahzumjot – endlich sollte ein, seit seinem Debütalbum “Monty” gehegter Livetraum für mich wahr werden. Keine Frage für mich, dass ich trotz ausverkauftem Haus in der Schlange ein (selbst für Schweizer Verhältnisse) viel zu teures Ticket abkrätsche und mich dann kopfüber ins Getümmel stürze.

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Der Hamburger Jung legt los! Ich lege los! Der Rest? 300 Menschen schauen ungläubig auf die Bühne! Sie stellen sich vermutlich Fragen wie “Wer ist der Typ mit den Synthibeats?” oder auch “Warum bringen Kraftklub einen HipHop Act als Support mit?”. Der Titeltrack des Albums schallt durch den Raum und man merkt, dass viele der Zuhörer Ahzumjot erst bei der nachmittäglichen Googlerecherche kennen gelernt haben. Umso erstaunlicher ist es, dass er es schafft das Publikum innerhalb seiner halbstündigen Show mit seiner Musik und Energie zu infizieren. Spätestens als sein neuster Brecher “Treff mich am Späti” durch die Boxen schmettert steht das Abart Kopf – ist ja auch egal was ein Späti ist, nicht wahr Zürich? Vorband-Auftrag erfüllt?

 

Aber hallo! Dann Kraftklub. Für alle die noch nie etwas von dieser Kombo gehört haben sei gesagt: Diese Band bedeutet Blut, Schweiß und mindestens ein verlorene Brille. Ihr Album, “Mit K”, kennt nur ein Gas, (Mallorca-Modus ein) Vollgas! (Mallorca-Modus aus) und über die Qualität der Texte lässt sich nicht streiten. Einfach ein rundes Allinclusive Packet, dass die Punkkombo mit HipHop-Wurzeln, da immer wieder verschnürt. Doch es gibt Neuhgkeiten. Kraftklub scheint über die Konstellation des Paketes nachgedacht zu haben. Waren die bisherigen Konzerte eine nicht abbrechen wollende Folgen von Circlepits, wildem gepoge und stagegediving, achtet die Band an diesem Abend auf die ausreichende Sauerstoffzufuhr ihrer Jünger. Zwischenzeitlich wird, unterlegt mit Sambaklängen, darauf hingewiesen, dass es nicht immer “Randale” geben könne sondern und dass man auch mal ordentlich tanzen könne. Dazu wird eine akkustik-mitschunk-Version von “Song für Liam” angestimmt, alle möglichen Anekdoten eines Rockerlebens zum besten gegeben und der klassische Versuch die Durchschnittslautstärke im Club zu drücken durchgeführt. Letzteres war schon bekannt und wurde nicht wirklich angenommen. Wie dem auch sei: Kraftklub sind nach wie vor frisch, neu, aufregend und auf dem gradlinigen Weg zu Deutschlands-Indieband numero uno. Kraftlos, nassgeschwitzt und mit dem ein oder anderen Kratzer mehr in der Brille und doch merkwürdig zufrieden, wankt ich aus dem Club. Man darf gespannt sein, wie sich das Projekt Kraftklub weiter entwickelt und ob sich die Truppe, angesichts so mancher verlockender Angebote aus der dunklen Welt des Maistream, weiterhin treu bleiben können. Next Step, Ahzumjottour besuchen.

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